Spreewald – September 2016

21.09.2016 / Burg-Wußwerk

Die Saison der lästigen Blutsauger und Touristenschwemme war nun endlich vorüber, und so konnten wir uns ein weiteres Mal in das Herz des Spreewalds aufmachen. 
Auf dem Hinweg hatten wir uns schon am Senftenberger See ausgetobt und diesen im Laufschritt umrundet. Das doch sehr zapfige Bad danach hätte es eigentlich gar nicht mehr gebraucht, und so waren wir froh, gerade noch rechtzeitig im Burger „Reklame-Café“ anzukommen, um unsere Speicher wieder bei einem leckeren Stück Kuchen aufzufüllen.
Im Anschluss war sogar noch etwas Zeit, die Ladenzeile des historischen Museums zu besuchen. Das blieb uns beim letzten Mal ja leider verwehrt.


Seit 40 Jahren hat der Inhaber auf Trödelmärkten von Sammlern bunte Reklameschilder, historische Verkaufsartikel und antike Ladeneinrichtung zusammen getragen, die er nun auf 2 Etagen in 17 Museumsladengeschäften ausstellt. 

In der oberen Etage wurde sogar eine alte Einkaufsstraße mit Pflastersteinen und Straßenlaternen nachempfunden. Mit etwas Glück kann man sogar einem Leierkastenmann bei seinem Spiel bewundern.
Da werden gleich wieder Kindheitsträume geweckt, und man sieht sich vorm Kaufmannsladen sitzen.


Sehr viel mehr brauchten wir uns heute gar nicht mehr vorzunehmen, denn morgen stand wieder Großes an. Zum Glück mussten wir auch nicht weiter nach einer Unterkunft suchen, denn die kleine Scheune vom Frühjahr hatten wir uns schon längst wieder gesichert. Wellcome home!

22.09.2016 / Kanadiertour Spree / Lübbenau-Leipe-Pohlenzschänke-Wotschofska-Lehde

Wir hatten uns ganz fest vorgenommen, dieses Mal selbst Hand ans Steuer zu legen und das Wasserlabyrinth der Spree im Alleingang zu erkunden. 
Gleich 9 Uhr standen wir beim Bootsverleih Richter in Lübbenau auf der Matte, um sicher auch genügend Zeit nach hinten zu haben. Wir wussten ja noch nicht, wie wir uns bei unserem ersten Versuch anstellen würden und wollten eigentlich bis zum Hochspreewald vordringen.

Nach einigen Erwägungen hatten wir uns für einen Kanadier entschieden, der zwar in Sachen Wendig- und Windschnittigkeit einem Kajak deutlich unterlegen ist, dafür hat man allerdings mehr Platz, kann zu zweit paddeln und hat eine bequemere Sitzposition – wobei ich letzteres für ein Gerücht halte.
Mit 2 Stechpaddeln ausgestattet, mussten wir nun erst einmal sehen, wie wir uns synchronisieren, ohne dass die Ehe darunter leidet. Schon nach 15 Minuten brannte die Oberarmmuskulatur dermaßen, und wir waren uns sicher, dass das heute keine sehr lange Tour werden würde. Wie wir dann doch 7 1/2 Stunden durchhalten konnten, ist mir noch immer ein Rätsel. Aber ich bin ja dafür bekannt, dass ich zum Übertreiben neige. 😉

Es ist gleich etwas ganz anderes, wenn man alleine unterwegs ist. Man kann kleinere Fließe befahren und kommt so an Stellen, die man vom großen Kahn aus nicht sehen würde. Keine geschwätzigen Italiener, die einem die ganze Zeit von hinten zuschnattern, einfach nur Ruhe, in der man die Natur in vollen Zügen genießen kann. 
Kaum hörbar gleitet man auf dem Wasser dahin und kann dabei die Seele baumeln lassen; na zumindest, wenn man nicht gerade gegen den Strom paddeln muss.

Über den Südumfluter ging es stromaufwärts nur sehr langsam voran. Doch irgendwann kamen wir schließlich Leipe näher und durften kurz zuvor auch das erste Mal eine Schleuse befahren. Wir waren gar nicht böse darüber, dass uns ein Kahn voller alter Männer mit hinein gezogen hat, so mussten wir uns da nicht gleich blamieren.
Und einen kleinen Schnaps haben sie uns bei der Gelegenheit auch noch spendiert. Wohl bekomm’s!

Am „Spreewaldhof“ trennten sich unsere Wege allerdings auch schon wieder, und danach kamen wir in deutlich ruhigere Gefilde. So konnten wir das Schleusen bis zur „Pohlenzschänke“ noch ein wenig üben.

Leider ging uns allmählich die Zeit etwas aus und wir wussten, dass es keine so gute Idee sein würde, sich jetzt noch in den Hochwald hinein zu wagen. Doch wir haben es auch so geschafft, uns im Bürgerfließ erst einmal ordentlich zu verfranzen. Groß war die Erleichterung, als wir irgendwann die „Wotschofska“ erblickten; nun würden wir hoffentlich nicht mehr viel falsch machen können.

Man kann das echt unterschätzen, die vielen kleinen Kanäle, die sich immer weiter verästeln, die urige Umgebung, wo alles irgendwie gleich ausschaut, da hilft einem selbst die beste Wasserwanderkarte nicht weiter, wenn man nicht weiß, wo man sich gerade befindet.
Doch für heute waren wir erst einmal wieder fein raus, und nun stand nur noch das Sahnestück der Tour aus – Lehde.
Ich hatte ja bereits im letzten Blog über dieses kleine Vorzeigedörfchen berichtet, aber gerade jetzt im Herbst war alles noch viel schöner anzuschauen.

Trotzdem waren wir überglücklich, als wir in Lübbenau endlich aus dem Kanadier aussteigen konnten. Für morgen brauchten wir wieder ein Alternativprogramm.

Noch ein kleiner Spaziergang am Abend, damit sich die Muskeln wieder an den aufrechten Gang gewöhnen, dann hab ich mich todesmutig an die „Tote Oma“ herangemacht. Ich muss gestehen, der warme Blutwurstbrei ist weitaus köstlicher als er aussieht und gehört nun zu meinen Leibspeisen.


23.09.2016 / Slawenburg-Raddusch-Dubkowmühle-Lehde

In der Früh sollte die Slawenburg in Raddusch gleich unser erstes Ziel sein. Wir wollten einmal sehen, wie die Menschen vor 1000 Jahren in der Niederlausitz gelebt haben.
Diese Ringburg wurde in den 1990er Jahren ausgegraben und rekonstruiert. Aus Eichenstämmen und Weidengeflecht hat man eine 7 Meter hohe Wallmauer errichtet und mit Lehm verfüllt. Das Material hierfür entnahm man aus dem Erdreich, und so entstand ein 6 Meter breiter Graben um die Burg herum, der gleichzeitig der Anlage noch zusätzlichen Schutz bot.
Original betrug der Innendurchmesser der Slawenburg 38 Metern. Im Hof gab es mehrere hölzerne Brunnen, die bis zu 14 Metern tief waren. Die Siedlungen befanden sich im Innenhof, konnten aber leider nicht rekonstruiert werden.
Diese so genannten Fluchtburgen, derer es in der Niederlausitz noch einige weitere gibt, dienten damals der Bevölkerung bei feindlichen Übergriffen als Rückzugsgebiet.

Nach so viel Kultur brauchten wir nun allerdings auch wieder etwas Natur und vor allen Bewegung. Auf unserer Rundwanderung von Raddusch zur Dubkowmühle wurde es teilweise etwas ländlicher,

dafür ging es anschließend noch einmal – man glaubt es kaum – nach Lehde. Ein gelungener Abschluss, bei dem wir dieses Mal auch Zeit fanden, das Gurkenmuseum zu besuchen.

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