Thailand 2015

1. Tag – Bangkok – 10.09.2015
Sehr lange schon habe ich davon geträumt, Asien zu bereisen, insbesondere Thailand. Nun endlich sollten meine Träume wahr werden. Wie ich nun mal bin, überlasse ich nichts gerne dem Zufall und habe somit einige Erkundungen über das Land eingeholt. Wenn ich in ein fremdes Land fahre, dann will ich auch wirklich etwas über die Leute vor Ort, deren Bräuche, Kultur und Geschichte erfahren. Ich will natürlich das sehen, wofür entsprechendes Land bekannt ist und muss somit etwas mit dem Besucherstrom schwimmen, aber ich will auch hinter die Kulissen schauen können und sehen, was vielleicht nicht so schön ist oder eben das Land wirklich ausmacht.
Einige Monate, Interviews von Freunden und Bekannten, Bücher und Reiseführer später habe ich mich mit meinem Schatz nun auf Reisen gemacht. Gewählt haben wir den September, wo speziell auf Koh Samui die Regenzeit noch nicht begonnen hat, aber der Tourismus nicht gerade seinen Hochpunkt hat. Von daher hatten wir schon von Anfang an Glück, da der Flieger nicht einmal zum Viertel besetzt und es uns so sogar möglich war, die 10-stündige Flugreise mittels Schlaf zu verkürzen. Ich kam in den Genuss, mich auf 4 Sitzen breit zu machen, Flo immerhin auf Dreien.
Trotzdem kann sich jeder, der schon einmal so einen langen Flug hinter sich gebracht hat, vorstellen, dass das nur ein notwendiges Übel ist, um möglichst schnell sein Urlaubsziel zu erreichen. Noch zudem, wenn man die Zeitverschiebung berücksichtigt und man sich 10 Stunden später auch noch daran gewöhnen muss, dass man es noch mal 5 Stunden später hat. Aber Flo und ich haben die Zeitumstellung ausgetrickst und einfach auf das Schlafen verzichtet. Das funktioniert auch gut, denn in Bangkok, wo wir 7 Uhr schon angekommen sind, waren wir schließlich so abgelenkt, dass die Müdigkeit besiegt wurde zugunsten, schnell in den landestypischen Rhythmus zu kommen.
Womit wir nun auch schon bei unserer ersten Reiseetappe angekommen wären.
4 Nächte wollten wir in Bangkok verbringen, damit wir auch genügend Zeit haben, zumindest einen Bruchteil dieser faszinierenden Stadt zu erkunden, ohne danach noch mal 4 Woche zum Erholen zu benötigen. Wie uns das gelungen ist, werdet ihr gleich erfahren. Es sei auf jeden Fall gesagt, dass uns den ganzen Urlaub über das Glück sehr hold war und alles reibungslos funktioniert hat. Wenn man schon einmal davon ausgeht, dass man sich in einem viel ärmeren Land mit einer ganz anderen Mentalität befindet, deren Einwohnern deutsche Ordnung und Pünktlichkeit nicht so geläufig ist, waren wir immer wieder verwundert, dass jeder kleinste Transfer eher überpünktlich und absolut problemlos stattgefunden hat. Setzt man sich in thailändische Taxis, weiß man auch schnell warum. Wenn irgendwo auf den Straßen auch nur noch ein Zentimeter Platz und der Verkehr noch nicht komplett erlegen ist, dann werden sämtliche Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt, und es wird jeder Raum unter Einsatz von Hupen etc. genutzt. Ich war sehr erstaunt über mich selbst, dass ich verhältnismäßig entspannt auf dem Rücksitz saß und mit offenem Mund das Treiben beobachtet habe. Aber von Anfang an musste man diese Stadt einfach nur spannend finden. Trotzdem waren wir froh, nach verhältnismäßig kurzer Zeit wohlbehalten am Hotel anzukommen. Hatte ich auf dem Flughafen noch das Gefühl, die Saunatür aufzureißen, nachdem wir kurz ins Freie kamen (-man muss anmerken 35 Grad bei 90 % Luftfeuchte sind bei uns in Deutschland nicht so die Regel-), so war das Taxi der reinste Kühlschrank. Aber das Wechselspiel sollte uns nun für die nächsten 16 Tage beschert werden, da jedes Hotel, Skytrain, Supermarkt, Restaurant unverhältnismäßig stark runter gekühlt war.
Im Hotel angekommen, sind wir wie erwartet sehr freundlich begrüßt wurden. Die erwähnte halbe Stunde zum Zimmervorbereiten hat ca. eine Stunde länger gedauert, dafür konnten wir aber insgesamt früher ins Zimmer und hatten schon den Anreisetag komplett zur Verfügung, um Bangkok kennen zu lernen.
Leider hat es in der Zwischenzeit mit regnen begonnen. Doch das ist normal, wenn man sich zur Regenzeit zumindest in Bangkok befindet. Es schüttet teilweise ganz schön brutal, dafür aber nicht den ganzen Tag. Trotzdem ist es besser, sich mit dem Schirm anstatt der Kamera zu bewaffnen. So mussten wir eine Entscheidung treffen, die uns den ganzen Urlaub begleitet hat, nämlich, dass Flo sich sein 5 kg Handgepäck hätte sparen können, da es besser war, nur mit einer kleinen Kamera und dem Handy auszurücken, welche im Übrigen auch super Fotos gemacht haben. Aber man ist damit einfach flexibler, vor allem, wenn so ein 4 Tage Marathon folgt wie wir ihn hingelegt haben.
Es werden Urlaubern oft Tuc Tucs oder Taxis empfohlen, auf welche wir aber weitgehend verzichtet haben. So viel sei gesagt, der Skytrain ist noch unzureichend ausgebaut und kann nur über einige wenige Stationen genutzt werden. Die Linienbusse sind übervoll, nicht alle klimatisiert, und wenn man im Stau steht, was nahezu immer der Fall in Bangkok ist, dann auch nicht gerade das Mittel der Wahl. Die Tuc Tucs sind zwar ganz lustig, und man kann sich auch eher mal wo durch drängeln, aber diesen Service haben wir nur einmal genutzt, da man grundsätzlich nicht dort ankommt, wo man will, zumindest nicht auf direktem Weg. Wenn man in so einem Ding sitzt, bekommt man von der Freundlichkeit der Thailänder nicht mehr viel zu spüren, sondern nur noch deren Geschäftssinn. Bei den Worten „Gasoline“ sollte man vorsichtig sein. Schnell mal bekommt man erzählt, dass sie unbedingt noch tanken müssen. Und dann landet man vor einem Geschäft, wo man shoppen soll, damit sie daran was verdienen. Wenn man darüber weniger amused ist und darauf besteht, dass man sofort ohne Umwege zum vereinbarten Ziel gebracht werden will, kann es passieren, dass sie nach 50 Metern schon mal es sich anders überlegen und ungehalten werden. Doch wenn man gut zu Fuß wie ist (wie Flo und ich), dann darf man auch mal die Geschäftsfrau raushängen lassen, sich einen eigenen Preis (zu Gunsten der Geschädigten) einfallen lassen, nachdem man schon ausgestiegen ist und sich dankend verabschieden.
Das war unsere erste und letzte Fahrt im Tuc Tuc. Man wurde ja davor gewarnt, aber nicht, dass freundliche Thailänder auf der Straße ein Gespräch führen wollen, dir was von ihrer Zeit in Deutschland erzählen und dich darauf hinweisen, dass heute genau in Bangkok an den ganz großen Tempeln die Armee unterwegs ist, man nirgends durchkommt, man die sich vorgenommenen Ziele lieber erst am Nachmittag wählen sollte, er aber noch ein paar Geheimtipps für uns hat, wo nicht jeder Tourist hinkommt und dann durch Zufall gerade ein Tuc Tuc vorbeikommt, was er mal schnell für uns anhält und dann mit ihm einen fairen Preis aushandelt, weil wir ja seine Amici sind.
Nachdem wir vorher schon eine Stunde zu Fuß durch den Regen entlang der lauten Straße gewandert sind, waren wir direkt froh, mal kurz zu sitzen. Aber schnell kamen unsere Urinstinkte zurück. Und auch wenn man in Thailand immer schön lächelt und niemals laut wird, dann darf im Ausnahmefall mal auf ein Lächeln verzichtet und von seinem Recht Gebrauch gemacht werden. Auch wenn man dann noch einmal paar Meter zurück laufen muss. Aber so was passiert nur einmal und war auch das einzige weniger schöne Erlebnis von unserem gesamten Aufenthalt.
Gehen wir noch einmal einen kleinen Schritt zurück. Etwas haben wir uns schon Sorgen gemacht, dass wir dem Lärm, dem Chaos, dem Gestank und den vielen Menschen nicht gewachsen sind. Erstaunlicherweise war das überhaupt kein Thema. Wir fanden das wahnsinnig interessant, auch diese Seite von Bangkok zu erleben und haben uns sehr schnell zurecht gefunden. Wenn man zu Fuß viel erkundet, dann kann das ganz spannend sein. Man schaut auch mal hinter die Fassaden, fernab von jedem Besucherstrom. Man sollte sich aber auch daran gewöhnen, meist hintereinander zu spazieren, da Bordsteine Mangelware in ganz Thailand sind. Wenn man über die Straße gehen will, sollte man einfach mutig sein, nicht stehen bleiben und vor allem darauf vertrauen, dass der Freund das Gleiche tut, wenn man irgendwann mal irgendwo ankommen will. Und das sind wir dann noch ca. 2 Stunden auch. Beim ersten großen, den meisten Touristen wohl eher nicht so geläufigen „Wat Ratchanaddaram – Loha Prassat“.
Noch ein letztes Mal mussten wir ein entschiedenes „Where come you from?!“ zu deutsch „Wie wollen Sie sich das Geld am besten aus der Tasche ziehen lassen?“ abwehren, dann konnten wir unseren ersten Wat endlich passieren. Vorbildlich wie wir sind haben wir uns natürlich den Gegebenheiten des Landes angepasst und uns entsprechend gekleidet. Soll heißen, die Schultern bedeckt, lange Hosen und geschlossene Schuhe. Wenn man die heiligen Stätten im Inneren betritt, zieht man die Schuhe natürlich aus, was wir gar nicht schlimm fanden, ab und an mal die Füße auslüften zu können bei schon erwähnten Temperaturen. Und das ist im Vergleich noch harmlos. In manchen Tempelanlagen sind enge Hosen auch nicht gerne gesehen und in extremen Fällen darf man bzw. Frau sogar über die weite Hose noch einen Rock tragen. Aus Respekt vor Religion und Kultur haben wir uns selbstverständlich auch daran gehalten. Glücklicherweise haben wir beim Verlassen der Wats auch jeweils wieder unsere eigenen Schuhe anziehen können.
Gerade die weniger touristisch interessanten Anlagen haben ihren ganz besonderen Charme nicht verloren. So auch Wat Ratchanaddaram mit dem „Metallenen Kloster“. Man steht mit offenem Mund vor seinem ersten großen Wat, weiß gar nicht, wo man anfangen soll zu staunen, und trotzdem spürt man die Ruhe und Besinnlichkeit dieses heiligen Ortes. Das Ganze wird noch mit dem überall verbreiteten Duft der Räucherstäbchen und leiser Hintergrundmusik untermalt. Ein wunderschöner Einstieg in das buddhistisch geprägte Bangkok.
Von oben hatten wir einen super Ausblick auf die goldenen Dächer des Wats selbst und konnten uns schon einen ersten Überblick von der Stadt an für sich verschaffen und einen Blick auf unser nächstes Ziel, den „Golden Mount“, werfen.
 
Doch vorher war es an der Zeit, sich in einer kleinen Garküche, wie man sie hier überall im Land findet, einen Imbiss zu genehmigen. Ich muss sagen, diese Art zu speisen, war mit Abstand die ursprünglichste, exotischste, schärfste und billigste. Denn in den meisten Restaurants und auch Hotels hat man sich schon sehr auf die Touristen eingestellt, so dass für mich als Liebhaberin der Thai-Küche, die gerne auch mal etwas ausprobiert und viel selbst kocht, es da etwas an Kreativität gefehlt hat, oft sehr mainstreamtauglich und vor allem nicht scharf genug war. In den Garküchen hingegen kann man auch mal was Ausgefallenes probieren, wenn man mutig ist, und vor allem findet man dort auch noch die Körbchen mit frischen Kräutern, Chilis, Fischsoße & Co vor, so wie man es sonst immer gehört hat und auch irgendwie erwartet, wenn man nach Thailand fliegt. Wir haben auf jeden Fall sehr lecker gespeist und waren nun auch schon wieder bereit, uns ins nächste Vergnügen zu stürzen.

Allein der „Aufstieg“ zum 76 m hoch gelegenen „Goldenen Hügel“, der den mythischen Berg Meru verkörpern soll, war schon ein Traum. Das Schönste von dieser Anlage überhaupt. Gleich am Eingang wurden wir von den 3 Affen begrüßt, dann ging es eine schmale Treppe nach oben, die einer Oase glich.


Überall saftige grüne Pflanzen, kleine Wasserfälle und Statuen, die wir im Einzelnen gar nicht nachvollziehen konnten, für was sie standen. Aber es war herrlich und so viel anders als der Besuch im vorangegangen Wat.
Dann folgte ein kleiner Platz mit jeder Menge Glocken und einem riesigen Gong.
 
 

 Der vergoldete Turm war im Inneren zwar relativ nüchtern gehalten, aber man hatte von dort oben einen tollen Ausblick über die Stadt.
Der dazu gehörende Wat Saket ist einer der ältesten Tempel Bangkoks. Nicht viele Touristen verirren sich dorthin. So kann man hier noch die Ruhe genießen und über all die Details, mit denen Türen, Fenster, Plätze ausgearbeitet worden sind, staunen.
 
Doch noch lange hatten wir nicht genug, und so ging es im Anschluss zum Wat Suthat mit der berühmten „Großen Schaukel“. Nicht viele Touristen kennen und besuchen diesen Wat. Aber die Geschichte, die ich darüber gelesen habe, hat mich beeindruckt, und ich wollte auch diesen unbedingt sehen. Die Schaukel diente einem Ritual zu Ehren Shivas. Dabei schwangen sich jeweils 4 Männer die 25 m bis zum Überschlag hinauf und versuchten, mit den Zähnen nach einem am Pfosten befestigten Goldbeutel zu schnappen. Natürlich kam es dabei sehr häufig zu Abstürzen, was zur Folge hatte, dass dieser Brauch abgeschafft wurde. Der Rahmen von der Schaukel steht nach wie vor auf einem Platz direkt vor dem Tempel. Wenn man vor dem imposanten Gebilde steht, wird einem schon anders, wenn man sich versucht vorzustellen, wie man sich dort hinauf schwingen konnte.
Dieser Wat hat Bangkoks größten Wihan. Das sind Versammlungshallen ähnlich dem Bot oder Ubosot, welche wiederum die Mönchsweihe zelebrieren und die heiligsten Stätte mit einem stets nach Osten ausgerichteten Buddha besitzen. Ferner ist sein 8 m hoher Haupt-Buddha einer der größten erhaltenen Bronzestatuen aus Sukhothai.
 
Doch was uns besonders beeindruckt hat waren die vielen kleinen Details von den Statuen, die im gesamten Wat vorzufinden waren.
Man kann hier nicht leugnen, dass die Religion ein zentraler Punkt in dem Leben der Thailänder ist. Alles ist so liebevoll aus tiefster Hingabe geschmückt. Durch Opfergaben, wie auch das Anzünden von Räucherstäbchen, Niederlegen von Lotusknospen und das Anheften von Blattgold an kleine Buddah-Statuen, kann man sich seine Verdienste erwerben, um irgendwann den Kreislauf des ewigen Wiedergeborenwerdens zu durchbrechen und das Nirwana zu erlangen. Jungen und Männer haben es da schon wesentlich einfacher. Durch den Eintritt in den Mönchstand, und sei es auch nur für ein Jahr, können sie sich schon sehr viele Verdienste erwerben. So kann man auch verstehen, warum überdurchschnittliche viele sehr junge Männer in Thailand das Mönchsgewand tragen.
Als Letztes hatten wir vor, den wohl bekanntesten und größten Wat in Bangkok – Wat Phra Kaeo – und den Großen Palast zu besuchen. Was wir nicht wussten, dass dieser schon 15 Uhr seine Pforten schließt. Wie sich nachträglich herausgestellt hat, sollte das nicht zu unserem Nachteil sein. Denn für diesen wahnsinnig imposanten Wat braucht man weit mehr Zeit und sollte zwischendurch auch mal wieder die ersten Eindrücke verarbeitet haben, um neue aufnehmen zu können.
So haben wir nach einem langen Tag so langsam den Rückmarsch in Richtung Hotel angetreten und sind durch Chinatown flaniert. Wobei, von flanieren kann man wohl kaum reden. Durch völlig enge, farbenfrohe Gassen mit riesigen Reklametafeln und vom Verkehr überlaufene Straßen haben wir uns gepfercht und genau das zu sehen bekommen, was wir erwartet haben. Man muss einfach einmal durch dieses Viertel gehen, um einen Eindruck davon zu bekommen. Es ist faszinierend auf eine ganz andere Weise.

Man kann sich quasi durch die Gassen schieben lassen und hat noch seinen Spaß daran, ohne bei dem Gewusel aggressiv zu werden. Sollte einem dann plötzlich der große Hunger überkommen, auch kein Problem, hingegen zu den chinesischen Lokalen in Deutschland kann man in Asien gut chinesisch essen; geschmacklich ein Erlebnis, ohne die Nacht im Sitzen zu verbringen. Es geht auch ohne Geschmacksverstärker.

Auch allerhand an wirklich Exotischen wird einen auf den Märkten geboten; Insekten gegrillt oder auf alle anderen erdenklichen Arten zubereitet. Für diesen Abend waren wir allerdings schon satt.
Am Ende der Hauptstraße sind wir noch auf einen kleinen interessanten chinesischen Tempel getroffen – Li Thi Miew. Wieder ganz anders als die thailändischen Tempel. Noch farbenfroher, ohne dass einem gleich die Augen rausfallen.
 
China wird ganz sicher unter meinen Top 10 der „Musts“ aufgenommen.
Nun machte sich doch so langsam die ausgelassene Nacht und die lange Zeit auf den Füssen bemerkbar, dass selbst ich mich von Flo überreden lassen habe, doch nach der U-Bahn-Haltestelle zu suchen. Das hat sich etwas schwieriger herausgestellt als wir erhofft haben, und wir haben zunehmend an unsere Intelligenz gezweifelt, dass es doch nicht so schwer sein kann, den Einstieg zum Untergrund zu finden. Einige Kilometer weiter haben wir dann doch auf den bewährten Skytrain zurückgegriffen, der uns immerhin noch die letzten 2 Stationen Fußmarsch erspart hat. Im Hotel haben wir dann schließlich herausgefunden, dass die gesuchte U-Bahn einfach unauffindbar war, weil sie schlicht und ergreifend noch nicht existierte, sondern erst in Planung ist. Aha!!!
Todmüde sind wir an diesem Abend ins Bett gefallen, völlig egal, ob das Haus auf dem Dach noch einen Pool hat, den wir nicht besucht haben. Morgen ist noch ein Tag, und wir freuen uns drauf. Es gibt noch so viel zu sehen und zu erleben.
2. Tag – Bangkok – 11.09.2015
Wenn man schon einmal in Bangkok ist, dann kann einem nichts lange im Bett halten. Schließlich gibt es noch so Einiges, was ich mir unbedingt anschauen will.
Heute stehen die ganz großen Tempel auf dem Programm – Wat Phra Kaeo, Wat Pho, Wat Arun. Zeitig wollten wir schon beim Großen Palast aufschlagen, um dem  Besucherstrom etwas zu entgehen. Schließlich ist dies der bekannteste aller Tempel in Bangkok, wo nicht nur europäische Touristen, sondern ebenso asiatische reihenweise mit Reisebussen angekarrt werden. Die schlimmsten Individuen unter ihnen, wie wir schnell feststellen sollten, sind die Koreaner, leicht zu verwechseln auch mit Chinesen.
Aber nein, es sei euch gesagt, die kleinen zappeligen, laut quäkend bis erbost bellend-schimpfenden, mit zu Sonnenschirmen umfunktionierten Regenschirmen, die von unten treten und in Brusthöhe schupsen, das sind Koreaner. Und obwohl wir schon verhältnismäßig früh dran waren, nachdem das Taxi sich doch später als erhofft durch den Stau geschoben hat, war es schon zu spät, und der ganze Eingangsbereich war ein einziger Ameisenhaufen von Koreanern. So haben wir auch den zweiten Versuch abgebrochen, das Wahrzeichen von Bangkok zu besuchen, indem wir uns eingeredet haben, wir müssen eindeutig nicht das machen, was alle machen, es gibt schließlich noch andere schöne Tempel in Thailand. Doch so ganz das letzte Wort sollte nicht gesprochen sein.
Fast schon entspannt ging es im Wat Pho zu; einer meiner persönlichen Favoriten auf unserem Thailand-Trip. Diese Tempelanlage hat so viel zu bieten, dann man gar nicht weiß, wo man anfangen soll; immerhin Bangkoks größter und ältester Wat. Und im Vergleich zum Wat Phra Kaeo gilt es hier nicht nur als touristische Attraktion, sondern dieser Tempel ist noch aktiv und beherbergt ca. 300 Mönche. Ferner ist es ein Zentrum für die traditionelle Medizin.
Zuerst haben wir den Haupt-Wihan mit seinem 46 m langen liegenden Buddha betreten.
Kein Foto kann das Ausmaß erfassen, wie groß diese Figur wirklich ist. Erst wenn man direkt daneben steht, kann man annähernd begreifen wie gigantisch alles ist. Allein schon die 108 äußerst fein gearbeiteten Rillen an den Fußsohlen, sprechen für sich. Ehrlicherweise hätte ich die gerne gesehen, waren aber zu diesem Zeitpunkt gerade in Restauration. Trotz allem fühlt man sich äußerst erfasst, wenn man in dieser Halle neben dem Buddha steht.
Beeindruckt war auch das Ritual des Einwerfens von Kupfergeld, welches man vorher käuflich erworben hat, in zahlreiche kleine Schüsselchen. Pro Schüssel selbstverständlich nur ein Geldstück. Man stelle sich das Geklingel vor, wenn das Hunderte von Leuten zur gleichen Zeit tun. Fast schon Musik.
Lustig fand ich, dass das Geld anschließend gleich wieder den Schüsseln entnommen und zum Verkauf angeboten wurde. Da sieht man wieder, die Welt dreht sich stetig weiter.
Doch das war noch lange nicht alles, was Wat Pho zu bieten hatte. Ich weiß nicht wie viele kleine und große Chedis, Türme, dem Berg Meru nachempfunden und meist eine heilige Reliquie des Buddhas beinhaltend, auf dem Areal zu finden waren. Es waren eine Menge und einer schöner als der andere.
 
 

 
Viele Wats beinhalten einen Bodhi-Baum. Das ist ein sehr heiliger Baum in Asien, da in Indien Buddha darunter meditiert und seine Erleuchtung erhalten haben soll. Im Wat Pho hat dieser Baum sein eigenes kleines Gärtchen bekommen. So hätte man sich am liebsten selbst darunter setzen und meditieren wollen. Doch noch viele andere kleine Flecken haben zum Verweilen eingeladen. Überall standen kleine Miniaturberge herum und auch ein kleiner Teich mit Kois war ein weiterer Farbtupfer in der Anlage.
Wunderschön auch die Wandelgänge mit den vielen Buddha-Statuen und das zentrale Bot mit dem meditierenden Bronze-Buddha.
 
  
Der plötzlich heftige Regen hat uns wieder etwas ausgebremst. Ein Zeichen des Himmels, um sich etwas mehr zu besinnen und nicht so durch Bangkok zu jagen? Auf jeden Fall konnte es sicher nicht schaden, nun ein wenig zu verweilen und vor lauter Aufregung nicht völlig das Gefühl für Zeit und Raum zu verlieren und auch mal wieder in sich hineinzuhören, was der Körper gerade will. Der schrie inzwischen heftig: Hunger!!!
Zum Glück wusste ich schon genau wie mein Mittagessen aussehen sollte. Am Fluss hatten sie einen kleinen Markt mit einigen Ständen, die frische Spieße der unterschiedlichsten Art angeboten und direkt vor den Augen gegrillt haben. Da ich Meeresfrüchte liebe, konnte ich mir es hier richtig gut gehen lassen. So suchte ich mir 2 schöne Exemplare aus, bei denen manch einer schon beim Hinschauen davonrennen will und habe es mir schmecken lassen. Besonders liebevoll, wie sonst die ganze folgende Zeit in Thailand nicht mehr, wurden unsere Teller verziert.
  

Die Damen haben sich regelrecht einen Fuß für uns ausgerissen, damit wir auf Klappstühlen im halbwegs Trockenen unter einem zusehends verfallenen Sonnenschirm dinieren konnten, währenddessen halb Bangkok in kunterbunten Regencapes über die Straßen gehuscht ist. Aber zum Glück ist der Regen angenehm warm und auch immer schnell wieder vorbei, und wir konnten schon bald ein Express-Boot ergattern, was uns auf die andere Seite des Chao Phraya nach Thon Buri befördert hat. Man achte nur darauf, zu schauen, in welches Boot vorwiegend Einheimische einsteigen, dann kommt man sicher dort an, wo man will und zahlt auch den normales Preis. Einzige Hürde, die es noch zu überwinden gilt, dass man auch in die richtige Richtung fährt. Aber auch das hat man spätestens nach einmal Verfahren im Griff.
Thon Buri war vor Bangkok („Dorf der Wildpflaume“) die Hauptstadt von Siam, bis diese auf die andere Seite des Flusses verlegt wurde. Wat Arun, den wir als nächstes nun besucht haben, beherbergt den Smaragd-Buddha. Doch empfangen wurden wir zuerst einmal von den monströsen Wächterfiguren, den so genannten Chinesischen Wächtern.
Für uns einer mögen sie irgendwie skurril, für manche sogar Angst einflößend wirken, hierzulande sind sie aber ein wichtiger Bestandteil der Kultur und sollen ebenso böse Geister vertreiben wie allerhand andere Figuren, die den Tempel verzieren. Von den mit Nagas (schlangenartige Figuren) gesäumten Treppen bis hin zu vogelähnlichen Garudas auf den Dächern. 
Leider befand sich Wat Arun gerade im Umbau, was uns trotzdem nicht davon abhalten sollte, diesen einzigartigen Tempel zu besichtigen.
 
Von allen Anlagen in Bangkok ist dieser am meisten von der Khmer-Architektur geprägt. Jedes noch so kleine Detail ist mit Keramiksplittern versehen.
 
 
 
Man kann sich das überhaupt nicht vorstellen, wie viel Zeit und Aufwand das gekostet haben muss, diesen Tempel zu errichten und auch stets instand zu halten. Noch jetzt kann man sehen wie viele Thais um den Tempel herum sitzen und Scherben für den Wat zerkleinern.
In den Tempelanlagen treiben sich auch auffallend viele Katzen herum. Wer denkt, dass die niedlich seien, der irrt gewaltig. In Thailand haben die Katzen das Sagen und fahren schon mal schnell ihre Krallen aus.
Ein kurzer Blick auf die Uhr und wir überlegen uns, ob es sich am frühen Nachmittag noch lohnt, in den jetzigen Regierungsbezirk Dusit aufzubrechen. Schließlich ist der Tag noch jung, und auch dieser Stadtteil hat noch einiges zu bieten. Gesagt, getan! Und schon sitzen wir wieder im Express-Boot Richtung Norden.
 
Oben angekommen müssen wir nach einer endlos scheinenden Mauerumrundung feststellen, dass in Thailand die Tage doch kürzer sind, und viele öffentliche Einrichtungen am Nachmittag schon geschlossen haben. So erkunden wir den Dusit-Park von außen und hoffen, dass wir am letzten Tag in Bangkok noch einmal die Zeit finden, um zurückzukehren und sich die Thronhalle und Vimanmek Mansion anzuschauen. Doch dazu später.
Zum Glück hat es in der Nähe noch ein etwas kleineres aber lohnenswertes Ziel, was wir uns unbedingt besichtigen wollten. Wat Benchamabophit oder auch „Marmortempel“. Er ist nicht so augenfällig wie schon andere von uns besuchte Tempel, aber gerade die kleinen roten Brücken über den Kanal und die Gesänge der Mönche im Inneren des Wats gebart mit den Klängen der Glockenspiele war ein kleines Erlebnis an für sich.
 
 
 
 
 
Den völligen Kontrast haben wir uns bei dem Fußmarsch direkt entlang der stark befahrenen Ayutthaya Highway gegeben. Doch auch das wollten wir erleben, den Lärm und das Chaos von Bangkok und den Blick in den ein oder anderen Hinterhof; sehen, was nicht in den Reiseführern steht, hautnah die Stadt erleben.
Gratis dazu immer mit einen Blick auf Bangkoks höchstes Gebäude, den Baiyoke Tower II mit seinen 84 Stockwerken, von wo aus man den wohl besten Überblick über Bangkok erhaschen kann. Das war unser Ziel für diesen Abend. Wir haben es zwar bis dorthin geschafft, doch im Inneren sind wir nicht über das zehnte Stockwerk hinausgekommen. So haben wir uns vorgenommen, an einem anderen Tag wieder zu kommen und vorher für das Buffet anzumelden, was uns den Eintritt in den Tower und die Fahrt in den 83. Stock ermöglicht.
Da es gestern schon Chinesisch gab, sollte es heute mal Indisch sein. Wir sind schließlich in Thailand. Gut gestärkt und völlig erschlagen ging nun der zweite Tag zu Ende und wir zurück zum Hotel. Doch heute wollten wir uns zum Ausklang noch den hauseigenen Pool gönnen. Wo hat man schon die Möglichkeit, auf dem Dach bei Nacht zu schwimmen und in die traumhafteste Kulisse der beleuchteten Skyscraper von Bangkok zu schauen.
Inmitten von dieser aufregenden, lebendigen Stadt einfach nur zufrieden im Wasser zu liegen und die Welt und den Augenblick zu genießen.
3. Tag – Ayutthaya – 12.09.2015
Endlich ist es soweit. Heute wollen wir uns die Ruinen-Städte von Ayutthaya anschauen. Da freue ich mich ganz besonders drauf. Von Deutschland aus haben wir diesen Trip schon gebucht und hatten noch etwas unsere Bedenken, ob das alles so hinhaut wie geplant. Doch überpünktlich werden wir von einem Kleinbus abgeholt, der uns wiederum zu einem noch etwas größeren bringt. Dass wir eine englischsprachige Tour geplant haben, stellt sich schnell als sehr gute Wahl heraus, so ist das Publikum deutlich jünger und auch internationaler. Vor allem die 3 Mädels aus Freising…
Schnell sind wir mit 3 jungen Burschen aus Japan ins Gespräch gekommen und haben so auch mehr über deren Land und allerhand nützliche Informationen in Erfahrung gebracht.
Wie schon gesagt ging es dann in einem großen Reisebus weiter nach Norden. Scheinbar endlos kam uns allein die Fahrt aus Bangkok heraus vor. Die Stadt ist so riesig, das kann man sich gar nicht vorstellen, auch wenn es in den Randbezirken nur noch sehr dünn besiedelt ist. Aber nach 2 Tagen in Bangkok konnte es nicht schaden, mal wieder etwas Weite und Natur zu sehen.
Unsere erste Etappe war der königliche Sommerpalast- Bang Pa-in, der in einem idyllisch angelegten Park errichtet wurde – zur Zeit der Ayutthaya-Dynastie. Wie auch die in der Nähe gelegenen Wats wurde dieser zerstört, allerdings später wieder aufgebaut. Besonders beeindruckend ist der kleine, in einem See gelegene, Pavillon mit Blick auf den Palast.
 
 

Am besten haben mir allerdings die von den inzwischen abgezogenen Chinesen errichteten Gebäude im hinteren Teil des Parks gefallen. 2 klitzekleine mit Bambus umrahmte Häuser, in deren Untergeschoß nicht einmal ich aufrecht stehen kann.
Eine Etage höher sieht es schon etwas besser aus, aber sehr viel mehr Platz hat man auch hier nicht. Ferner das beeindruckende chinesische Herrenhaus Phra Thinang Wehat Chamrun in seinem typisch rotem Farbton und der terrakotta-weiß gestreifte Aussichtsturm, wozu immer man den auch gebraucht haben mag.
 
  
Leider war unsere Zeit ziemlich eng bemessen, so dass wir die letzten Ziele fast nur noch rennend erkunden konnten, um auch wirklich alles bzw. das für uns Wichtigste sehen zu können. Doch wir wollten uns nicht ärgern lassen, denn schließlich stand das Schönste noch bevor.
Nach einer kurzen Weiterfahrt im Bus erreichten wir nun Ayutthaya. Unser Reiseleiter darf es uns nicht verübeln, aber nach bald 2 Stunden Fahrt haben wir seinen Schilderungen nur noch schwer folgen können. Nicht weil sein Englisch so schlecht war, sondern einfach kein Punkt und Komma rauszuhören war und seine Ausführungen in einem einzigen nicht endend wollenden Satz mündeten und die Monotonie uns ziemlich mit dem plötzlich aufkommenden Schlafgefühl kämpfen ließ. Vielen Dank an dieser Stelle für die Mühen, aber ich war froh, schon vorher mir entsprechendes Wissen über unsere Reiseziele angeeignet zu haben und habe mich so zumindest bestätigt in dem gefühlt, was ich vorher Flo berichtet habe.
Nun standen wir endlich vor dem sagenumwobenen Wat Phra Mahatat und wollten nichts anderes als diesen auf uns wirken lassen und ein paar schöne Fotos machen. Doch bevor wir loslegen konnten, durften wir noch einmal eine halbe Stunde unsere volle Aufmerksamkeit unserem Reiseführer schenken, der nicht zu bemerken schien, dass wir alle schon mit den Hufen scharrten und um ein Haar die Rösser mit uns durchgegangen wären.
Aber Gott oder auch Buddha sei uns gnädig, wir haben auch das ausgestanden, und dann ging es endlich los. Leider hatten wir auch hier nur ca. 1/2 Stunde Zeit. Ich war einfach erst einmal schlicht und ergreifend überfordert. Diese gigantischen und beeindruckenden Tempelruinen, wie sollte man so etwas in so kurzer Zeit auf sich wirken lassen. Man wusste gar nicht, wo man anfangen sollte zu schauen. Als ich davor stand, habe ich fast Gänsehaut bekommen. Zum einen beeindruckt wie man so viele einzelne Ziegelsteine so kunstvoll und hoch anordnen kann, dazwischen diese riesigen Buddha-Statuen und die Natur, die sich langsam diesen Lebensraum zurückerobert, indem ihre Wurzeln einfach weiter über die Mauerreste wachsen, wie auch über einen abgeschlagenen Buddhakopf, den die Wurzeln wie ein Bilderrahmen umschließen.
Zum anderen erschreckend, was die Burmesen mit Ayuatthaya angestellt hatten, indem sie es erst unterworfen, dann restlos geplündert und zum Schluss vollkommen zerstört haben.
 
Nahezu jeder Statue wurden die Köpfe abgeschlagen. Ein Ort faszinierend und erschreckend zugleich. Doch das war nicht die einzige Tempelruine. Ich alleine zähle schon 17 Wats in und um Ayuatthaya und möchte mich nicht dafür verbürgen, dass das alle sind. An diesem Tag auf jeden Fall wollten wir uns noch einen weiteren anschauen.
 
 
Wat Phro Si Sanphet war der wichtigste Königstempel innerhalb des Palastbezirkes, bevor auch ihn die Burmesen in Brand steckten und das Gold einschmolzen, mit dem die Buddha-Figur überzogen worden ist.
Am markantesten für diese Anlage sind die 3 hintereinander stehenden Chedis im singhalesischen Stil, welche die sterblichen Überreste des damals herrschenden Königs beinhalten sollen.
 
Normalerweise bin ich darauf erpicht, so wenig Leute wie möglich vor die Linse zu bekommen. Doch wenn man vor diesen 3 monströsen Chedis steht, dann ist es unerlässlich, die Leute mit aufzunehmen, damit man sich die gewaltige Dimensionen dieser Türme auch nur ansatzweise vorstellen kann, wenn man nicht selbst einmal davor stand und aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Dieser ehemalige Wat ist einfach nur beeindruckend, und man kann gar nicht genug Zeit haben, um diesen sich anzuschauen und einfach nur wirken zu lassen, versuchen zu begreifen, was hier passiert sein muss, und wie früher alles ausgeschaut hat.
 
 
 
Doch nun ist unsere Zeit auch schon wieder um, und wir wollen einmal nicht auf die letzte Sekunde erst in den Bus springen, der schon auf uns wartet, damit wir endlich weiterfahren können, obwohl wir höchst pünktlich sind.
Auf der Rückfahrt Richtung Bangkok scheiden sich meine Gefühle ein wenig. Auf der einen Seite hätte ich gerne mehr gesehen, auf der anderen bin ich froh, dass es nun erst mal wieder gut ist. Auch wenn alles topp organisiert ist, wollen wir unsere Ausflüge lieber in den nächsten Jahren komplett selbst in die Hand nehmen, damit wir uns die Zeit einfach selbst einteilen und solange an einem Ort verweilen können, wie wir denken zu brauchen. Und wie wir feststellen mussten, soll das im Land selbst auch kein Problem sein. Aber fürs erste Mal war es gut wie es war.
Nun brauchten wir auch erst mal wieder etwas Zeit, um unsere Eindrücke zu verarbeiten.
Und langsam wurden wir durch den monotonen Singsang unseres Reiseführers in den Schlaf gewogen. Doch wenig später war es damit auch wieder vorbei, denn es hieß, auf das Boot umzusteigen und die restliche Strecke auf dem Chao Praya nach Bangkok zu schiffen. An Bord gab es ein leckeres Menü, welches wir allerdings nicht lange ausgesessen haben. Schnell sind wir an Deck gesprungen, um noch so viel wie möglich von dem Fluss und der Region zu sehen; die zahlreichen kleinen Wats direkt am Ufer und vor allem die ganzen kleinen auf Stelzen gebauten Hütten, die manchmal schon kurz vorm Zusammenbruch standen, wenn sie das nicht sogar schon waren. Kaum vorzustellen wie darin Menschen leben können. Aber in Thailand ist alles möglich, obwohl es im Vergleich zu Vietnam und Kambodscha noch ein verhältnismäßig reiches Land ist.
 
 
Je weiter wir flussabwärts kamen, umso mehr vermischte sich die Skyline mit den riesigen Hochhäusern der City, was natürlich auch irgendwie beeindruckt war. Bangkok mit seinen 1000 verschiedenen Gesichtern.
Auf dem Chao Praya war es auch recht betriebsam. Zahlreiche Express-Boote, langsam dahintuckernde Fähren, die nur die Seite wechseln wollten und es uns manchmal ein Rätsel war, wie diese überhaupt noch einen Meter voran kommen können bevor der Motor endgültig schlapp macht, herrlich bunte Longtail-Boote und (für uns sehr amüsant) die winzigen motorisierten Boote, die sechsmal so große und wer weiß wie schwere Schlepper hinter sich hergezogen haben.
Langweilig ist es uns auf jeden Fall nicht geworden. Und so ging ein wunderschöner Ausflug am Nachmittag zu Ende, der Tag allerdings noch lange nicht. Denn weil wir uns ja so gerne bewegen und es hassen, im Stau zu stehen, haben wir uns von unserem Transfer-Burschen etwas früher aus dem Bus schmeißen lassen. Flo hat sich richtig gefreut, einen Tag mal etwas früher im Hotel zu sein. Leider darf man nicht davon ausgehen, wenn man in Fahrtrichtung aussteigt, dass man in Fahrtrichtung auch weitergehen sollte. Mir immer noch etwas unbegreiflich, aber tatsächlich haben wir es trotz meines guten Orientierungssinn geschafft, 3 km in die falsche Richtung zu gehen. So musste ich mich schweren Herzens von meinem Göttergatten überreden lassen, den Skytrain die letzten 2 Stationen in die richtige Richtung zu besteigen, sonst hätte er mich abends vielleicht nicht noch mal raus gelassen.
Aber die frische Kokosnuss hat uns versöhnlich gestimmt und der Blick auf die Stromleitung uns sofort wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.
 
Außerdem war es gar nicht schlecht, mal kurz im Hotelzimmer die Füße hochzulegen, so waren wir wieder fit für den Abend. Denn einmal sollte man sich auch ins Nachtleben gestürzt haben. Nicht weit von unserem Hotel war „Nana-Plaza“ entfernt. Vielleicht nicht so bekannt wie Patpong, aber es geht gewissermaßen um das Gleiche. Und genau das wollten wir auch sehen; ich vielleicht sogar noch mehr als Flo, aber direkt gewehrt hat er sich auch nicht.
Doch bevor wir uns richtig ins Vergnügen stürzen wollten, haben wir uns erst einmal etwas stärken müssen. Was echt lecker war und wir auch noch nicht kannten, Reis in Talerform gepresst, vermutlich mit Fischsoße versetzt, gegrillt und dann in etwas Soja-Soße getippt. Das muss ich mir merken. Das war die Vorspeise. An einer kleinen Garküche, scharf wie immer, haben wir dann unseren richtigen Hunger gestillt.
Und nun ging es rein, in die Vergnügungsmeile. Der Nachmittag hatte doch etwas Gutes, denn bei unserem kleinen Umweg sind wir auf eine Bar gestoßen, vor der die hübschesten Mädels von Bangkok auf und ab stolziert sind. „Mädels“, mit denen nicht jeder Mann glücklich wird. Aber genau so eine Show wollte ich mir anschauen.
Leider waren die Zeiten etwas ungünstig und wir wollten auch noch einmal unser Budget überdenken, denn was die dafür verlangt haben, war schon nicht schlecht für thailändische aber auch nicht für deutsche Verhältnisse. Und dafür das Flo und ich nicht viel bzw. kein Alkohol trinken, die Getränke im Preis aber inklusive sind, war die Frage, ob sich das wirklich rechnet. So haben wir uns für diesen Abend erst einmal mit Nana Plaza begnügt, wo wir erstaunt waren, dass es in Bangkok doch noch hübsche reale Ladies gibt. Denn tagsüber mussten wir uns schon stark wundern, wo diese bleiben. Nun sind wir nicht die typischen Sextouristen, aber wenn man doch zu hören bekommt, dass die thailändischen Frauen alle so schön und schlank sind, haben wir die ersten 3 Tage keine einzige davon gesehen; weder schön, noch schlank. Aber wir haben schnell verstanden, die haben alle Nachtschicht.
Nun sollte es auch für diesen Tag reichen. Noch einen hatten wir vor uns und auch dafür ordentlich Pläne, in der Hoffnung, dass wir auf Koh Samui dann mal etwas mehr zum Entspannen kommen.
 
4. Tag – Bangkok – 13.09.2015
Es kann einfach nicht sein, dass man in Bangkok ist und nicht den größten, bekanntesten und imposantesten Wat der Stadt besucht. So waren wir gleich mit der Eröffnung 9 Uhr am Wat Phra Kaeo. Und mit uns gefühlte Tausende von Koreanern. Aber wir kannten inzwischen ja das Spiel und waren bestens auf alles vorbereitet, was nun kommen sollte.
Wo ein Wille ist, soll schließlich auch ein Weg sein. Doch dieses Mal hatten wir eine ganz andere Hürde zu meistern. Die strenge Kontrolle und die Koreaner hatten wir passiert, wir hatten uns auch darauf geeinigt, dass etwas höhere Eintrittsgeld zu investieren. Jetzt war aber Flos 7/8 Hose um ca. 1/2 cm zu kurz, nachgemessen an einer eigens errichteter Tempel-Markierung. Der Herr wollte uns schon fast wieder gehen lassen, doch die Dame vom Kassen-Häusl war unser einer gnädig. Und so haben wir mit vereinten Kräften an Flos Hose gezogen, so dass gerade noch die Poritze verschwand. Und selbst wenn schon, das T-Shirt war ja lang genug…
Endlich hatten wir es geschafft. Und wir sind noch jetzt dankbar dafür. Was uns in den folgenden Stunden an Prunk und Schönheit erwartet hat, hätte ich nicht missen wollen.
Zum Glück haben sich die Besucher in der Anlage etwas verteilt, so dass es um diese Zeit wirklich kein Thema war, sich diese Tempelanlage halbwegs in Ruhe anschauen zu können. (Jeder der dort einmal war, weiß was halbwegs Ruhe im Wat Phra Kaeo bedeutet.) An Detailtreue und Vielfalt fehlt es hier nicht. Riesige vergoldete Chedis & Montops, gigantische bunte Wächterfiguren, wunderschöne goldene 7-köpfige Nagas, nach oben schier nicht endend wollende Säulen an dem Wihan und Bot, verziert mit Keramiksplittern oder anderen mosaikartig angeordneten Steinchen, jede Menge von befremdlichen Figuren wie die Aponsi, halb Frau, halb Löwe usw.
 
 
 
 
Vor dem Ubosot herrscht reges Treiben, indem die gläubigen Buddhisten ihre Opfergaben niederlegen und man nebenbei noch den Gesängen von ein paar Knaben lauschen kann.
Zugegebenermaßen sind die nicht immer unser Geschmack, wenn man doch aus einer musikalischen Familie kommt.
Um in das heiligste Herzstück des Tempels zu kommen muss man sich dann allerdings doch damit anfreunden, dass man hier nicht der einzige Tourist ist, der das Bot betreten will, der den Smaragd-Buddha beherbergt. Dieser in Wahrheit aus Jade bestehende Buddha hat eine sehr lange Geschichte hinter sich. Eigentlich kommt er aus Chiang Rai im „Goldenen Dreieck“ und wurde erst durch einen Blitzschlag enthüllt, wodurch der Gipsmantel von ihm abgebröckelt ist. Diese Tarnung hat man früher oft verwendet, um diese Schätze vor den einfallenden Burmesen in Sicherheit zu wissen.
Nun wurde ein weißer Elefant von dem damaligen Lanna-König beauftragt, die Statue in die Hauptstadt Chiang Mai zu bringen. Doch der Elefant weigerte sich und lief nach Lampang, wo noch heute das Elefanten-Trainingslager ist. Lange Zeit war der Smaragd-Buddha nun auf Reisen und kam schließlich erst ins Wat Arun und zum Schluss ins Wat Phra Kaeo, wo sie bis heute steht. Von der Größe nicht so beeindruckend, aber eben nicht minder wertvoll, allein wenn man schon die Geschichte auf sich wirken lässt.
Und nicht nur das Glück, sondern auch das Wetter war ganz auf unserer Seite. Brütend heiß schon um diese Zeit, aber durch die Sonne hat die ganze Anlage nur so geleuchtet.
 
 
 
Mit zum Komplex gehört auch der „Große Palast“, desen Innerstes zwar nicht erlaubt ist zu betreten, weil er staatlich ist, aber allein die Außenanlagen mit den Gärten sprechen für sich. Schon wie die Bäume zugeschnitten worden sind ist ein Kuriosum und muss man sich unbedingt angeschaut haben. Wir kommen auch in den Genuss, einmal zu erleben wie die Garde aufmarschiert, wenn es auch nur ein kurzes Vergnügen war.
 
 
 
Bevor es nun weitergehen konnte, wollten wir Flo erst einmal neu einkleiden. Denn am Vorabend haben wir uns noch einmal schlau gemacht und wussten, dass im Regierungsbezirk nun wirklich kein Spaßen mehr ist, und dort zu 1000 % auf Sicherheit und ordnungsgemäße Kleidung geachtet wird. Eine schwarze lange weite Leinenhose nun auch am Mann, starteten wir nun unseren zweiten Versuch mit dem Express-Boot nach Dusit. 
 
Am Pier von Thewet angekommen, machten wir einen kleinen Umweg über dessen Markt. Unser Einem mag da vielleicht der Appetit vergehen, doch hierzulande scheint das normal zu sein. In Plastikschüsseln kreucht und fleucht so alles herum, was man sich vorstellen kann oder auch nicht; Schlangen, Schildkröten, Krebstiere, Fische und mehr. Jedem Tierrechtler würde es nun wohl speiübel werden; aber das ist einfach eine andere Mentalität. Die Leute sind stolz auf ihre Waren, die sie zum Verkauf anbieten. Ich probiere gerne ja mal das eine oder andere aus und bin auch nicht so schnell ekelig, aber das aufgeschnittene Fleisch auf den Tischen ausgebreitet bei dieser Hitze, die nassen Böden, auf denen noch die Fische rumhüpfen, blutige Nasen von gefesselten Fröschen, lebendige Katzen zwischen all den Speisen und dazu noch dieser penetrante Verwesungsgeruch war auch mir dann irgendwann zu viel und ich war froh, dass wir diesen engen mit notdürftigen Planen überspannten Markt schnell wieder verlassen konnten, wo ich mich wundern musste wie da durch auch noch Mopeds gezwängt werden konnten. 
 
 
Nun sollte es aber endlich auf nach Dusit, Thailands Regierungszentrum, gehen. Der Park, den wir besuchten, dient heute allerdings nur noch Staatszeremonien, insbesondere die Ananta-Samakhorn-Thronhalle mit ihrem mächtigen Kuppelbau aus italienischen Marmor oder als Museum wie die Abhisek Thronhalle und Vimanmek Mansion. Doch dazu gleich. Das Königspaar ist inzwischen in den Chitralada-Palast auf dem benachbarten Grundstück umgezogen, welchen man als Tourist nicht besuchen darf.
Schon am Eingang wurden wir ordentlich gefilzt und uns der Rucksack abgenommen.
Nun dachten wir, dass wir uns wie gewohnt in der Anlage frei bewegen können. Doch es sollte noch weitergehen mit den Sicherheitsvorkehrungen. Die Ananta-Samakhorn-Thronhalle oder auch Marmortempel genannt, durften wir erst passieren, nachdem wir uns in einem anderen Gebäude unsere Eintrittskarten, die wir ja schon hatten, absegnen lassen, nun auch die Handtasche und den Fotoapparat abgegeben und mir extra noch einen Rock über meine weite Hose gekauft haben. Und das sollte bei den Menschenmassen und Gedränge einige Zeit dauern. Eigentlich hatten wir da schon gar nicht mehr so recht die Lust. Aber nun waren wir schon einmal da und wollten es auch durchziehen. Der Marmortempel selbst ist von seiner Größe her schon beeindruckend und beinhaltet auch einige interessante Exponate. Aber wir hatten in den letzten Tagen schon so viel gesehen, dass wir weniger an Pompösen und Prunk interessiert waren, sondern das sehen wollten, was wir zu Hause nicht in ähnlicher Weise vorfinden konnten. So waren wir auch schon wieder aus dem Gebäude heraus.
Vielmehr war ich noch an der Dusit- oder Abhisek Thronhalle interessiert, die sich allerdings gerade im Umbau befand und dem weltweit größten Teakholzgebäude mit 81 Räumen, genannt Vimanmek Mansion zu deutsch „Palast in den Wolken. Man stelle sich einmal vor, dass für dieses dreistöckige Gebäude kein einziger Nagel verwendet wurde, sondern alles mit Holzzapfen verbunden ist. Der Wahnsinn!!! Zu Lebzeiten Ramas V. war dies sein Sommersitz und seinen Gattinnen und Konkubinen eine Liebesherberge. Als einziger Mann hatte er hier Zutritt.
Heute ist es ein Museum, indem man die Räume selbst mit Möbeln, Porzellan, Jagdtrophäen etc. anschauen kann.
Leider war auch der Seepavillon gerade nicht begehbar, was ich sehr schade fand. Darauf hatte ich mich sehr gefreut, etwas Ruhe und Natur inmitten der großen Stadt zu finden. Vielleicht lag es daran, dass wir nicht gerade in der Hauptsaison unterwegs waren. Dafür ging es hier recht ruhig zu. Das war es dann auch wieder wert.
Nun hatten wir aber genug gesehen und auch keine Lust mehr, in langen warmen Leinenröcken und ohne unser Handgepäck rum zu rennen, nicht fotografieren zu dürfen und uns ständig beobachtet zu fühlen. Diese Ära habe speziell ich schon hinter mir…
Letztes Ziel für den heutigen Tag war Wat Traimit mit dem Goldenen Buddha. Um dorthin zu kommen, durften wir uns noch einmal durch unser geliebtes Chinatown arbeiten. Auch bei Tag ist das ein Erlebnis, und man muss sich immer wieder wundern wie viele Stände und Leute in eine noch so kleine Gasse passen, durch die sich dann auch noch Busse, Tuc Tucs und Unmengen von Mopeds quetschen. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll, so reichlich und unterschiedlich ist das Angebot. Und es kann nie schaden, wenn man keinen Hunger hat, sonst weiß man gar nicht mehr, für was man sich entscheiden soll. Wobei, die Bohnenplätzchen muss ich beim nächsten Mal echt noch mal probieren…
 
 
 
 
Wat Traimit – oder auch Wat des Goldenen Buddha genannt – gehört zu den kleineren der Tempel, aber dieser beinhaltet im Gegensatz zu den meisten Wats kein nur mit Gold überzogenes, sondern das weltweit größte Buddha-Bildnis aus massivem 18-karätigen Gold von 4 Metern Höhe und ist 5 Tonnen schwer. Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen. Und auch diesen hat man auf eine ganz ähnliche Weise wie den schon beschriebenen Smaragd-Buddha durch Zufall gefunden, indem der Gipsmantel, den man ihm zum Schutz vor birmanischen Plünderern angelegt hat, abgebröckelt ist.
 
Jetzt aber genug, die Luft war raus. Die restliche Zeit in Bangkok wollten wir noch etwas für unser körperliches und leiblichen Wohl tun. Wir hatten auf die Nacht einen Tisch im 78. Stock vom Baiyoke Tower II reserviert und wollten vorher noch etwas entspannen, im hoteleigenen Pool auf dem Dach. Dieses Mal kamen wir auch nicht auf den letzten Drücker und hatten richtig Zeit zum Relaxen und auch, um in den Nacht hinein zu schwimmen mit einen wunderschönen Sonnenuntergang hinter den farbenfroh beleuchteten Wolkenkratzern Bangkoks.
 
Dadurch haben wir ordentlich Hunger bekommen, den wir auch benötigten. Schließlich gab es ein erstklassiges Sea-Food-Buffet, welches wir uns schmecken lassen wollten. Im Vorfeld ist das uns des Öfteren von Freunden und Bekannten schon empfohlen worden. Und wir haben es weder bereut, den doch etwas höheren Preis für das Dinner zu bezahlen noch den spektakulären Ausblick über die Stadt bei Nacht. Ohne Ticket kann man den Turm gar nicht passieren bzw. kommt wie bei unserem ersten Versuch nur bis Stockwerk 10. Von dort hat man zwar auch schon einen guten Ausblick, aber nicht dass, was wir wollten. Trotzdem hat man uns dort erst einmal zum Warten Platznehmen lassen, um die Formalitäten abzuklären. Währenddessen hatten wir unser kleines Unterhaltungsprogramm von ein paar Burschen, die wie wild auf Geschirr herumgeschlagen haben. Da ich mich musikalisch doch eher für Randgruppen interessiere, fand ich das höchst interessant und stellenweise sogar melodisch. Leider war das Schauspiel nur recht kurz, wir aber auch schon fast auf den Weg nach oben in den 78. Stock mittels turmeigenen Concierge.
Etwas nobler hatte ich mir es dann doch schon vorgestellt und nicht ganz so massenabfertigungsmäßig, aber immerhin haben wir einen Zweiertisch direkt mit Blick aus dem Fenster bekommen. Da es schon später war, war es um uns herum schon recht leer, was den Vorteil hatte, dass man am Buffet auch etwas Zeit zum Schauen hatte, was es alles so Leckeres gibt bevor es einer einem vor der Nase wegschnappt. Und die Auswahl war wirklich gigantisch, sowohl von der Menge und Auswahl als auch von der Qualität und den kulinarischen Genüssen. 3 Gänge haben wir uns genehmigt, um wenigstens von den Sachen probieren zu können, die wir noch nie vorher gegessen hatten. Danach waren wir aber pappsatt.
Und da der Ober nach unserem 2. Gang ja eh schon beschlossen hatte, dass wir gehen könnten und den Tisch abgeräumt hat, haben wir uns beim letzten etwas beeilt, wo wir doch eh schon sehen mussten, dass eine ziemlich dicke Wolke auf uns zuwandert. Der Grund weshalb wir hierher gekommen sind, war in erster Linie ja, dass wir ganz oben hinauf auf die Aussichtsplattform kommen. Wir haben also unsere Füße in die Hand genommen, und die Fahrt in den 83. Stock kam uns fast unendlich lange vor. Die letzte Etage sind wir fast in den 84. Stock gerannt. Und das war auch schon gut so. Die meisten Leute verließen schon fluchtartig das Plateau, weil es mit Regnen und Stürmen anfing. Flo meinte, dass in Deutschland bei diesen Wetterverhältnissen man schon gar nicht mehr da rausgehen dürfte. Aber wir wollten es unbedingt wissen. Die Aussicht war wirklich einmalig. Leider kam die Nebelwand immer näher, und wir mussten uns schon am Geländer der drehenden Aussichtsplattform festhalten, damit wir noch halbwegs gerade stehen bleiben konnten. Es wurde immer schlimmer. T-Shirts flogen einem schon fast um die Köpfe, und meine eigenen Haare wollten mich strangulieren. Wir haben sogar kein kleines Beweisvideo davon gemacht, so unglaublich war das. Bis Flo dann eindeutig auch kapitulieren musste. Ihm war das nicht mehr so geheuer, und meine Eltern können froh auf ihren Schwiegersohn sein, dass wenigstens einer in der Familie vernünftig ist und weiß, was gut für mich ist.
 
Trotzdem hatten wir ein paar Etagen weiter unten noch mal unseren Spaß. Irgendwie scheinen die Asiaten daran Gefallen zu finden, überall bunte sinnlose Kulissen aufzustellen, in denen sich dumme übereifrige Touristen wie wir gegenseitig fotografieren und sich überhaupt nicht kindisch vorkommen, nein!!! Aber hin und wieder muss das auch mal sein. So hatten wir noch einen würdigen Abschluss in Bangkok, nachdem aus unseren Besuch der Transvestiten-Show doch nichts wurde, weil es mit einem Mal so zu regnen anfing, dass sämtliche Pläne zwecks Chaos außer Kraft gesetzt wurden.
 
Aber keine Sorge, Bangkok wir kommen wieder! Und außerdem haben wir nun noch 10 Tage auf Koh Samui vor uns.  
 
5. Tag – Koh Samui – 14.09.2015
Heute sollte es nun auf die wunderschöne Insel Koh Samui gehen. Flo würde sagen „Endlich!!!“, hatte er sich nach den letzten Tagen ja doch seine Erholung verdient. Ich aber habe es fast schon bedauert, diese faszinierende Stadt zu verlassen. Irgendwie habe ich mich schon an das Chaos und das Tempo dort gewöhnt und war immer noch körperlich und emotional von all dem mitgenommen.
Doch auf 10 Tage Füße-Baumeln lassen habe ich mich gefreut, und das konnte mir sicher auch nicht schaden. So ganz mal ohne irgendwelchen Shooting-Stress. Aber wie sagt man so schön, 1. kommt es immer anders und 2. als man denkt.
Dieses Mal sollte das Flugzeug nicht so leer sein, doch bei einer Stunde Flug gut auszuhalten. Da Flo mich immer am Fenster sitzen lässt, hing ich an diesem auch ganz neugierig, wo wir den Landeanflug zum Glück bei Tageslicht ansetzen konnten. Und auch schon konnte ich den „Big Buddha“ sehen, das Wahrzeichen der Insel.
Nun ging alles ganz schnell. Wir wurden in kleine busähnliche Fahrzeuge verfrachtet und zum Ankunftsterminal gebracht. Aus Erzählungen wusste ich ja schon, dass dieser Flughafen kaum größer als ein Einkaufstand sein soll. Ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht, aber im Vergleich zu den hiesigen Flughäfen passt diese Beschreibung dann wohl doch ganz gut.
Leider haben sich die Wolken nun schon wieder an den Himmel geschlichen, was meinem eh schon leicht beklemmendes Gefühl nicht zuträglich war. Von nun an fand ich erst einmal alles Sch… Mir war im ersten Moment alles zu ruhig, zu geordnet, zu touristisch und überhaupt!!! Zum Glück lief auch hier am Flughafen alles reibungslos ab, und wir wurden schon von unserem Fahrer empfangen und recht zügig zum Hotel gebracht; wieder ein paar Kilometer schockgefrostet. Entlang an zahlreichen eigens für Touristen errichteten Verkaufsständen ging es durch kleine holprige Straßen in Richtung Chaweng Noi, den etwas ruhigeren Strandabschnitt der „Partymeile“. Diesen hatten wir uns ausgesucht, um in Ruhe ganz ohne Kinder entspannen zu können und dennoch nicht zu weit vom Epizentrum entfernt zu sein.
Im Hotel wurden wir von netten Damen in Empfang genommen und durften in der Lobby bei einem Erfrischungsgetränk und Klangspielen im Hintergrund Platz nehmen. Danach ging es zu unserem Zimmer durch eine herrlich grüne palmenreich Anlage mit vielen kleinen Bungalows und maximal dreistöckigen Gebäuden. Auf Koh Samui darf zum Glück nur so hoch gebaut werden wie hoch auch die Palmen sind, damit das Landschaftsbild nicht komplett entstellt wird. Zu 99% würde ich mal sagen, hält man sich auch daran, und die wenigen Bausünden streicht man mal aus dem Protokoll.
Unser Zimmer war auch wunderschön und recht groß. Bei sonstigen Urlauben hätten wir den Platz sicher gebraucht, um unser Gepäck alles zu verstauen. Jetzt dachte ich eher, wer noch mit einziehen soll.
Ein Highlight war die Badewanne, in die man durch ein extra Fenster vom Schlafzimmer aus schauen konnte.
 
Doch wir wollten nun nicht den ganzen Tag mit Auspacken und im Zimmer herumhängen vergeuden, sondern noch in Erfahrung bringen, wo wir gestrandet sind, bevor es doch verhältnismäßig früh und vor allem sehr schnell dunkel wird. Das passiert hier quasi von einer Minute auf die andere. Liegt man 17 Uhr noch am Strand, ist es eine halbe Stunde später schon fast Nacht. So haben wir nun erst einmal die Anlage selbst in Augenschein genommen und sind dann an den Strand. Betretene Ruhe! Nicht viele Leute haben sich am späten Nachmittag bei dem Wetter dorthin verirrt. Uns sollte das erst einmal egal sein. Wir wollten unsere geschundenen Füße barfuß durch den Sand bewegen und sehen, welche Möglichkeiten es hat, uns die nächsten Tage selbst zu versorgen. Oder besser gesagt, Flo hat sich gefreut wie schön es hier ist, und ich war grummelig, weil es mir wie schon gesagt zu ruhig, zu geordnet, zu touristisch war und nun auch noch dazukam, dass die Sonne nicht scheint und ich nicht viel finden konnte, wo man so essen kann wie ich mir nun gerade mal eingebildet habe. Manchmal kann man es mir aber auch Recht machen. So richtig hat sich meine Laune auch nicht gehoben als wir an einem Tisch direkt am Strand mit den Füssen im Sand diniert haben. Zu touristisch, zu langweilig, zu teuer. Nun ja, wir sind ja nun nicht mehr in Bangkok.
Aber als einzig berechtigter Kritikpunkt hat sich die Küche auf der Insel herausgestellt. Zu 95% hat das nicht unseren Erwartungen entsprochen, da wir alles nachwürzen mussten. Ja tatsächlich!!! Normalweise heißt es immer, wenn man nach Thailand fliegt, dass man nicht scharf bestellen soll, da die Thais ein anderen Empfinden für Schärfe haben als wir. Wir haben allerdings immer scharf bestellt und meistens noch nachwürzen müssen. So hat man sich inzwischen auf die Touristen eingestellt. Selbst beim Frühstück gab es erst mal einen kräftigen Löffel Chili an Nudeln oder Reis, was eindeutig die bessere Wahl war als das europäische Frühstück. Aber wenn man schon mal in einem anderen Land ist, mache ich auch gerne deren Gewohnheiten mit.
An diesem Abend haben wir nur noch die nähere Umgebung vom Hotel erkundet und sind dann ins Bett gefallen.
6. Tag – Koh Samui – 15.09.2015
  
Der erste Morgen auf der Insel hat sich nicht gleich von seiner besten Seite gezeigt. Relativ früh sind wir aufgestanden, weil wir ja nichts verpassen wollten. Wie sich schnell herausgestellt hat, gab es auch nicht so viel heute zu verpassen. Es hat erst einmal geregnet. So haben Flo und ich beschlossen, nach dem Frühstück etwas Chaweng zu erkunden. Mit Schirm etwas beschwerlich, noch zudem man mangels Bordsteinen immer im Gänsemarsch hintereinander hertraben muss, aber besser als sich auf dem Zimmer zu Tote zu langweilen und die Köpfe einzuschlagen.
Es ist schon beeindruckend, was sich alles Verkaufsstand nennt. Notdürftig mit Brettern zusammen gezimmerte Buden mit etwas Wellblech obenauf. Das zumindest in den kleinen Seitengassen, die wir uns zuerst auf den Plan gesetzt haben, zu erkunden bis wir auf den Rückweg bemerkt haben, dass es hier auch noch so genannte Flaniermeilen gibt.
 
Trotzdem ist auch so etwas sehenswert und man wird zumindest da nicht die ganze Zeit angehupt, ob man mitfahren will; gegen Entgelt selbstverständlich. Immerhin 3 Leute auf einem Moped stellen in Thailand ja kein Problem dar.
Am faszinierendsten sind hier die Hunde; die sind wirklich überall. Ob man in den Supermarkt kommt, wo sich auf jeder Stufe hinauf einer ausgebreitet hat, die Alphatiere unter ihnen natürlich privilegiert direkt im Markt, um ihre Körperkerntemperatur etwas herunterzukühlen. Oder aber am Strand, um tagsüber dumme Touris in dem Glauben zu lassen, dass sie ganz besonders toll sind, wenn der Hund zu ihnen kommt; mit der Wurscht in der Hand oder abends, wo sie es schön warm im Sand haben und dort schlafen. Denn ob am Tag oder in der Nacht, die Temperaturunterschiede sind hier nicht so groß.
 
Eine Strandtasche und einige Erfahrungen zwecks der Abendgestaltung später sind wir ins Hotel zurückgekehrt. Der Regen hat inzwischen aufgehört, und wir wollten das gleich ausnutzen und uns an den Strand schlagen. Circa einen Badegang hat es auch ausgehalten, dann fing es wieder zu regnen an. Verflixt!!!
Zum Glück gab es noch einige Liegen direkt unter den Palmen und Schirmen, auf die wir ausweichen konnten. Eine Zeit lang wusste ich mich mit eigens genannten „Dong-Vögeln“ gut zu beschäftigen. Das sind lustige kleine gefiederte Gesellen mit gelben Füssen und Schnäbeln, die hin und wieder ihren schwarzen Punk aufstellen und ein Repertoire an Lauten von sich geben, die für mich eine wahre Freunde waren, nachzustellen. Darunter auch jenes „Dong-Dong“.
 
Leider wollte das Wetter nicht mehr so recht wie wir, und so haben wir dann irgendwann doch den taktisch Rückzug angetreten.
Aber den Abend wollten wir uns nicht versauen lassen. Wir haben ein nettes kleines Restaurant besucht, was uns empfohlen wurde und wirklich noch etwas exotischer gekocht wurde, und dann ging es gestärkt ins Nachtleben am Chaweng Beach.
Ein Fest wie es hier zugeht. Noch bevor man überhaupt wohin kommt, wird man sekundenweise freundlich gefragt, ob man eine „Massage“ (ausgesprochen: Massaaaaaaaaaaaaaaaaasch) will. Nun mag einer denken, dass sich das entspannt anhört. Ist es sicherlich auch für den einen oder anderen Mann. Aber ich rede hier nicht von den traditionellen Thai- oder Ölmassagen, die Mann oder Frau sich u.a. am Strand gönnen.
Wie es im Urlaub immer so ist, wird man auch nicht davon verschont, den professionell freundlichen Gastgebern diverser Restaurants abzusagen, weil man ja meistens nur einmal am Abend essen kann. Es sei denn es steht doch noch irgendwo ein Panecake Stand; die sollte man dann unbedingt probieren. Das hat mit den amerikanischen Panecakes zum Glück überhaupt nichts zu tun. Ist eher einer Art Crepe, der kunstvoll in Form gebracht wird und je nachdem mit Banane und anderen Leckereien gefüllt und danach noch mit Nutella oder Ähnlichem verziert wird. Saugut!!!
Nun geht es aber weiter die Meile entlang. Neben endlosen Restaurants und Geschäften gibt es auch noch diverse Bars, die wir schon in Bangkok besuchen wollten und es hier früher oder später auch getan haben.
Sehr lustig fanden wir die Art zu werben mittels aufgemotzten lautstarken Pickups mit dem nötigen Beat. Von Thai-Boxing bis Japanischer Massage wurde alles beworben.
Als Abschluss unserer ersten nächtlichen Erkundungstour sind wir in die „Ark-Bar“. Die einzige Bar, die bis 2 Uhr geöffnet hat. Spätestens 23 Uhr werden auf Koh Samui die nicht vorhandenen Bordsteine hochgeklappt und das Eis, mit dem die Lebensmittel gekühlt werden auf die Straße gekippt. Was den Heimweg nicht unbedingt erleichtert, wenn man zu Fuß unterwegs ist und auch dem Geruchssinn nicht unbedingt huldigt.
In der Bar auf jeden Fall konnten wir noch einmal so richtig die Seele baumeln lassen und mit einem Fuß im Sand halb liegend unser Getränk schlürfen, währenddessen die Gaukler um uns herum gesprungen sind und wir mit leichter Techno-Hintergrundmusik beschallt wurden.
7. Tag – Koh Samui – 16.09.2015
Auch heute war das Glück nicht wirklich auf unserer Seite, und der Strandbesuch war nur von kurzer Dauer. Und weil wir eh gerade nicht so viel machen konnten, haben wir nun auch das erste Mal eine traditionelle Thai-Massage in Angriff genommen. Ich dachte ich kenne mich aus mit SM, aber man lernt immer wieder dazu. Die Damen, so klein sie auch sind, haben ein ordentliches Durchgreifvermögen, und hinterher tat mir irgendwie noch mehr weh als vorher.
 
8. Tag – Koh Samui – 17.09.2015
 Noch einen Tag Regen konnten wir nun wirklich nicht gebrauchen. Während andere Urlauber zunehmend fader wurden, habe ich Flo doch überreden können, das wir etwas unternehmen, bevor wir uns auch die Köpfe einschlagen.
So haben wir uns in ein Songthaew, wie sich die Sammeltaxis hier nennen, gesetzt und sind zum Big Buddha Strand aufgebrochen. Es ist schon der Wahnsinn, wie viele Leute man aus Geschäftstüchtigkeit in einen Pickup quetschen will. Als sich ein älterer Herr ungeniert auf meiner Hüfte breitmachen wollte, habe ich doch fluchtartig meinen Sitzplatz aufgegeben und mich auf das Trittbrett am hinteren Ende des Wagens gestellt. Gut geföhnt sind wir nach endlos scheinenden Minuten und einigen Umwegen später angekommen. Aber da wir vorher einen Festpreis verhandelt haben, konnte uns das auch nicht so kratzen. Immerhin waren wir schon mal dort, wo wir hin wollten. Den Big Buddha konnte man schon von Weitem sehen. Eine kleine vom Wasser gesäumte Straße ging es zur Halbinsel vor. Dieses Mal war ich gar nicht böse über die Touristen-Stände, denn irgendwie hatte ich vergessen, mir etwas für meine Schultern einzupacken. Also kaufte ich mir ein Tuch bevor wir das Heiligtum betreten konnten.
Sehr viel kitschiger als die Tempel in Bangkok lag nun die winzige Anlage mit dem Big Buddha vor uns. Doch diesen 15 m hohe vergoldete auf einen Felsen sitzenden Buddha sollte man trotzdem gesehen haben und auf sich wirken lassen.
 
 
Beeindruckender fanden wir den in der Nähe befindliche Wat Nuan Na Ram. In den Reiseführern geht man überhaupt nicht darauf ein. Umso mehr sind wir froh, dass wir eigenhändig beschlossen haben, diesen Wat aufzusuchen. Er besteht aus 4 im Wasser liegenden Teilen und noch einigen Nebengebäuden auf dem Trockenen. Auch hier alles viel kitschiger und bunter, aber beeindruckend auf eine andere Weise. Lange mit goldenen Säulen gerahmte Stege, die zu den Buddahs, Geneisha, Vishnu etc. führen. Einer ziemlich ausladend, der andere mit seinen 18 Armen. Und unter jedem Buddha steht noch ein Buddha und darunter noch ein weiterer auf den Opfertischen. An Detail- und Einfallsreichtum kaum zu übertreffen.
 
 
 
 
 
 
  
Als weitere Etappe haben wir uns Bophut Beach mit dem Fishermen’s Village vorgenommen. Doch bevor wir die doch nicht so kurze Strecke in Angriff nehmen wollten, sind wir in einer kleinen Garküche eingekehrt, wo wir sehr lecker, sehr würzig und sehr billig gespeist haben. Für uns das Mittel der Wahl, sollte man die Möglichkeit haben.
Das Schönste waren eigentlich die kleinen Fischerboote, die bunt und ziemlich abgenutzt im mit Müll überschütteten Strand gleich neben einer kunterbunten kleinen Bar lagen. Doch selbst der Unrat hat dem Gesamteindruck nicht geschadet. Das war Leben pur und irgendwie nett anzuschauen.
 
 
 Hingehen vom Fishermen’s Village waren wir enttäuscht. Das hatten wir uns anders vorgestellt; viel uriger. Gleich am Anfang die alten bunten getünchten Fischerhäuser waren zwar eine Schau, und wir haben uns hier auch gleich niedergelassen, um nach einen regenreichen Spaziergang wieder die Schuhe trocknen zu lassen und etwas zu trinken, doch je weiter man in dem Viertel vordrang, umso mehr touristisch wurde es und war nur noch mehr Kulisse als schön.
 
 
 Auch vom Strand her haben wir es nicht bereut, den unsrigen zu wählen, da das von allen auf Koh Samui der sauberste und breiteste ist.
 
Da der Fußmarsch zwar gut für eine sportliche Figur ist, aber das ständige an der Straße entlang nicht so viel zu bieten hat, haben wir für die Rückreise doch wieder auf ein Songthaew zurückgegriffen.
9. Tag – Koh Samui – 18.09.2015
 Dieses Mal wollten wir uns den Badespaß nicht verderben lassen, egal was das Wetter macht. Deshalb waren wir ja schließlich auch hier. Anfangs noch etwas enttäuscht, haben wir beschlossen, unsere Sachen einfach unter die Liegen zu packen und die roten Flaggen zu ignorieren und hatten einen Mords-Gaudi, den Touris zuzuschauen, wie sie davonrennen, währenddessen wir dem Unwetter frönten, auf fast schon hagelähnlichen Regen und nasse Haare keinen Deut gaben und in die großen Wellen gesprungen sind. Ein Erlebnis der besonderen Art. Wir lassen uns den Urlaub nicht verderben.
Und am Abend war es endlich soweit. Nachdem wir das „Phensiri“, ein ganz tolles Restaurant, besucht haben, ging es ins „Starz Cabaret“. Auf was haben wir uns da bloß eingelassen? Auf 3 Shows verteilt, wo sich je nach Uhrzeit die Darbietungen zu Ungunsten des Jugendschutzes unterscheiden, werden die Touristen durchgeschleust. Es ist ein straffes Programm, an Kommerz kaum zu überbieten und auf maximalle Gewinnerzielung bedacht. Plastikbänke auf denen man sich zusammenpfercht und ein sehr teures Getränk in der Hand, was man gewissermaßen als Eintrittspreis sehen muss, weil da sonst keiner gefordert wird. Immerhin ein von zwei Malen, an dem ich mir einen Wein gegönnt habe, der im Vergleich zu den Lebensmitteln sonst unerschwinglich teuer ist, weil der eigens auf die Insel importiert werden muss.
Doch das war nur der erste Eindruck. Die Ladyboys und wenigen Show-Typen haben eine erstklassige Show abgeliefert mit viel Pampam und Spaß an der Freude. Es hat richtig Laune gemacht zuzuschauen. Und wirklich erstaunlich wie wenig man den meisten ansieht, dass das gar keine Ladies sind.
 
 
Auf das Foto mit der Dame der Wahl gegen Bezahlung haben wir dann trotzdem verzichtet und waren so schnell auch wieder uninteressant.
Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, dass endlich einmal sehen zu dürfen.  
 
10. Tag – Koh Samui – 19.09.2015
Heute ist ein ganz besonderer Tag. Flo und ich haben eine Jeep-Safari gebucht, und es soll auch zu den Elefanten gehen. Ich freue mich schon so darauf.
Wir sind schon gespannt wie das Ganze überhaupt ablaufen soll und warten auf einen Bus, der uns zum Treffpunkt bringt. Doch dann kommt doch schon gleich ein Jeep mit 3 Paaren angefahren. Das Abenteuer kann beginnen. Und zwar nicht erst vor Ort, sondern schon die Fahrt dahin ist ein Erlebnis. Die Gurte alibimäßig angelegt, geht es mit gefühlten 200 km/h oben ohne die Straßen entlang Richtung Dschungel. Ich versuche nicht daran zu denken, dass jemand anderes eventuell mit meinem Leben spielt, sondern konzentriere mich auf die Eindrücke und lasse mich von unseren Mitreisenden in ein Gespräch verwickeln. Dennoch bin ich sichtlich erleichtert als wir nach ca. einer halben Stunde im Elefanten-Camp am Wasserfall Nummer 1 einbiegen und zum Stehen kommen. Lange kann uns nun nichts mehr halten, und wir nehmen auch schon die ersten Rüsseltiere in Augenschein.
Dann geht alles sehr schnell, und es wird auch schon der erste Elefant für uns vorbereitet und bekommt ein Tragegestell auf den Rücken, in dem wir nun die nächsten 30 Minuten Platznehmen sollen. Ich bin so happy.
Vor uns, direkt auf dem Nacken vom Elefanten, sitzt ein kleiner Thai auf, der diesen nun mit seinen kurzen Füssen direkt hinter den Ohren antreibt. Doch so recht will sich unser Tierchen noch nicht bewegen. Selbst die seltsamen Laute, die unser Guide von sich gibt, überzeugen unsere Elefantendame nur schwerlich. Doch irgendwann kommt sie doch allmählich in Schwung, und wir bewegen uns ganz langsam voran durch den Park, der zwar kein Highlight ist, aber das Gefühl, überhaupt einmal auf so einen edlen Tier zu sitzen, ist wirklich überwältigend.
Die Zeit vergeht wie im Fluge, dann geht es auch schon wieder zurück. Nun kommen uns auch einige andere Paare auf Elefanten entgegen, und so können wir auch ein bisschen fotografieren, da wir von hier oben aus ja nur einen Kopf mit riesigen Ohren sehen.
Doch dann habe ich richtig viel Glück, und der kleine Thai fragt mich, ob ich den Elefanten auch selbst mal reiten will. Ich brauche gar nicht lange zu überlegen und bin sogleich aus meine Sänfte hinabgestiegen und versuche nun, unsere Dame auch weiter in Richtung Wasserfall zu bewegen. In der Zeit schnappt sich unser Führer unseren Fotoapparat und schießt ein paar Andenkens-Fotos. Ich bin richtig stolz, da ich die Einzige zu sein scheine, die den Elefant auch mal selber reiten darf. Es ist so schön, direkt auf diesem großen Tier zu sitzen und interessant, die raue Elefantenhaut zu streicheln. Ein Erlebnis, was ich nie wieder vergessen werde. Egal was nun noch kommt, der Tag ist schon gerettet.
 
Aber es gibt heute ja noch so viel zu sehen. Und so setzen Flo und ich uns in Bewegung, um den ersten Wasserfall zu erkunden. Ein anderes Paar kommt uns schon entgegen und schwärmt in höchsten Tönen davon. Doch wir sind ganz ehrlich nicht so davon beeindruckt. Wenn man im schönen Bayern wohnt kennt man Wasserfälle zu Haufe, die noch imposanter sind und das Wasser noch klarer ist. Aber wir sind ja keine Spielverderber.
Nun soll es weitergehen zum Wasserfall Nummer 2. Inzwischen hat sich unsere gesamte Gruppe auch zusammen gefunden, und es geht mit 3 Jeeps und unserer Reiseleiterin für die nächsten Stunden in rasantem Tempo über eine geteerte Piste entlang von Kokospalmen hinauf zum Namuang-Wasserfall, der sich aus 30 Meter in die Tiefe stürzt.
Unsere Fahrer lassen sich es nicht nehmen, uns hin und wieder aufs Glatteis zu führen und kleine Berge mit 45 % Steigung anzufahren. Noch lachen wir, wenn sie dann doch wieder den Rückwärtsgang einlegen. Doch später scheint es keinen Weg und keine Berg zu geben, den sie scheuen zu befahren. Oh je!!!
Langsam macht es aber richtig Spaß, durch den Dschungel zu heizen. Doch nun kommen wir an unserer nächsten Etappe an. Im Gänsemarsch geht es erst einmal über kleinste Holz-Hängebrücken und dann langsam aufwärts über Fels und Wurzelwerk. Wir sind auch wieder fleißig am Fotografieren, unsere Reiseleiterin aber nicht so amüsiert, weil sie auf unseren Trupp warten muss. Konnte ja keiner wissen.
 
Doch nun sehen wir endlich den großen Namuang-Wasserfall. Auch hier sind Flo und ich nicht ganz so überzeugt. Die schwarzen Wasserleitungen, die sich ungeniert den Berg und im Wasser entlang ziehen, verschönern auch nicht gerade das Landschaftsbild.
So überlassen wir die Kulissen denen, die sich über so etwas herzlich freuen können und suchen uns ein paar andere Schmankerl, die uns gefallen. Der Park um die Wasserfälle ist leider nicht mehr so ursprünglich, dafür aber wirklich sehr schön angelegt.
 
Unten im Wasserfall kann man sogar baden. Da wir aber nicht so viel Zeit haben, verzichten wir darauf. Baden können wir hoffentlich bald mal wieder im Meer.
Und auch schon geht es wieder weiter, und zwar zum Wat Khunaram mit einer nicht alltäglichen Attraktion. Denn hier befindet sich in einer Vitrine des Tempels die Leiche eines mumifizierten Mönchs, der im Jahre 1973 im Alter von 79 Jahren beim Meditieren in sitzender Position gestorben ist. Aufgrund seiner gesunden Lebensweise, so sagt man, soll dessen Leib so wenig verfallen sein; einzig seine Augen, die deshalb aus Respekt auch mit einer Sonnenbrille abgedeckt sind. Dennoch für mich ein weniger appetitlicher Anblick.
Nun kann der Spaß so richtig losgehen, denn die Fahrt zum höchsten Punkt von Koh Samui mitten durch den Dschungel ist nichts für schwache Nerven und Mägen. Mit Vollgas geht es die noch so schmalsten und steilsten Wege nach oben. Wege, die wir normalerweise nicht einmal als solches bezeichnen, geschweige denn befahren würden. Nun ist auch klar, weshalb man alleine diese Strecke gar nicht erkunden darf. Komischerweise haben wir zu unserem Fahrer vollstes Vertrauen und können bald schon gar nicht genug bekommen. Wir sind immer wieder erstaunt und genießen natürlich auch die wunderschönen Ausblicke. An einem kleinen Aussichtspunkt bleiben wir stehen und würden die ganze Insel überblicken können, wenn es nicht so verhangen wäre. Das Wetter ist zwar inzwischen besser geworden, doch die Wolken sind leider noch nicht ganz verschwunden. Trotzdem ist es ein schöner Anblick, weit und breit nichts als Palmen, Palmen und noch einmal Palmen.
 
 
Als weiterer persönlicher Höhepunkt dieses Ausflugs habe ich den „Magic Garden“ empfunden. Dieser wurde 1976 von einem 77jährigen Obstanbauer erschaffen, um Buddha zu huldigen und allen reisenden Mönchen die Gelegenheit zum Meditieren zu schenken. Ein einzigartiger, wunderschöner Ort, an dem man am liebsten länger verweilen und selbst zu Ruhe hätte finden wollen. Überall diese herrlichen Steinskulpturen und mit Moos überzogene Steine. Ein ganz mystischer Ort.
 
 
 
 
Auch kamen wir hier zum ersten Mal mit der Durian-Frucht in Berührung, von der wir schon so oft gehört haben oder sogar gewarnt wurden sind. Wir konnten sie live sehen, anfassen und sogar mal probieren. Gerochen habe ich aber noch nicht so viel, da sie wohl noch nicht ganz reif war. In Thailand hat diese riesige Stachelfrucht mit dem schmackhaften Fleisch den Namen „Stinkefrucht“. Man darf diese nicht ausführen und auch nicht ins Hotel etc. mitnehmen, ansonsten muss man das Zimmer noch für eine Woche länger bezahlen. Die sind da ganz ekelig, was das angeht. Auf dem Flughafen muss man sogar bestätigen, dass man nichts von dem Obst dabei hat.
 
Ich habe inzwischen schon auch reifere Früchte probiert, finde sie aber ausgesprochen lecker und nicht so schlimm wie man vielleicht vermutet. Gut, Esrom & Romadur liebe ich ja auch, also sollte man mich vielleicht nicht um meine Meinung fragen…
Nun waren wir aber alle schon recht hungrig und wurden zu einem typischen Pfahlhaus inmitten des Dschungels gebracht, wo wir landestypischer bewirtet wurden. Die Damen haben sich wirklich Mühe gegeben, es uns so angenehm wie möglich zu machen.
 
 
Bevor es nun aber wieder zum Hotel gehen sollte, haben wir neben einem weiteren Aussichtspunkt noch einen letzten Zwischenstopp an einer Kautschuk-Plantage gemacht, wo uns gezeigt wurde, wie Latex hergestellt wird. Da hätten wir ja direkt einen kleinen Lehrfilm für unsere Seite drehen können…
Und auch hier hat sich unsere Reiseleiterin wieder zwecks des Gestanks etwas echauffiert. Dieses Mal wusste ich aber nun wirklich nicht warum. Vielleicht sind kleine Nasen einfach empfindlicher. Flo und ich können da sicher nicht mitreden.
Jetzt sollte es aber wirklich genug sein. Wir haben viel erlebt und waren froh, als wir nach einer weiteren rasanten Abfahrt wieder wohlbehalten im Hotel angekommen sind.
 
 
11. Tag – Koh Samui – 20.09.2015
 Endlich ist das Wetter so wie wir es uns die ganze Zeit schon gewünscht haben. Und das wird natürlich voll ausgenutzt und alles einmal ausprobiert; sowohl die Liegen am Strand und das Meer als auch der Pool.
 
 
 
 
Und auch am Abend wollen wir mal Ruhe geben und uns nicht schon wieder nach Chaweng hineinschlagen. So ist es an der Zeit, nun auch einmal das hoteleigene Restaurant direkt am Strand auszuprobieren. Das wird immer so nett hergerichtet, und jeden Abend lassen sie sich etwas anderes einfallen. Ganz romantisch dinieren wir mit den Füssen im Sand und spazieren im Anschluss noch den Strand entlang.
Morgen ist wieder Aktion genug.
 
12. Tag – Koh Samui – 21.09.2015
Dies soll nun unser letzter Ausflug in unserem bisher genialsten Urlaub werden. Und dieser wird Sage und Schreibe wieder ein absolutes Highlight.
42 Inseln hat der Ang Thong Nationalpark, ist 250 Quadratkilometer groß und liegt 25 km westlich von Koh Samui. Mit einem Kleinbus geht es zunächst nach Nathon und von dort aus mit der „Blue Star“ 2 Stunden übers Wasser zum Marinepark.
Wir haben uns ein schönes Plätzchen gesucht, mit dem besten Blick aufs Meer und tuckern nun gemütlich zu unserem Ziel. Das Wetter ist herrlich, genau wie es man sich für gerade diesen Ausflug wünscht. Nachdem wir den Hafen der Inselhauptstadt verlassen haben, sehen wir nur noch vereinzelt ein paar Fischkutter. Und wenn mich nicht alles täuscht, habe ich sogar noch die Schwanzflosse von einem der nur noch selten gesichteten rosa Delphinen erspäht.
Wir sind schon ganz neugierig auf die seltsamen Formationen der Karstfelsen, die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind. Und schon bald können wir erste Umrisse erkennen. Doch die lassen wir links liegen, denn unser erstes Ziel liegt etwas weiter im Norden. Dort ankert irgendwann unser Boot. So schnell kann gar keiner schauen, und Doro steht im Bikini im Unterdeck neben den Kanus und nimmt als Erstes ihre Schwimmweste entgegen. Die besten Plätze sind schließlich in der ersten Reihe.
So haben wir wirklich das Glück, gleich das erste Kanu hinter unserem Führer zu sein.
Keiner, der davor bremst oder uns die Sicht versperrt. Und schon geht es volle Kraft voraus. Ich paddle, Flo darf die Fotos machen. So komme ich in diesem Urlaub auch noch zu meinem Fitness-Training und vergesse fast, das Panorama zu genießen. Ganz schön anstrengend, wenn man so etwas noch nie gemacht hat. Aber es ist einfach gigantisch. Das blaue Meer und die sonderbar geformten Felsen. Ganz nahe fahren wir an und sogar unter den Wänden entlang, immer hochkonzentriert, dass wir unsere Kanus nicht hängen lassen. Denn die Felsen sind sehr schroff von den ganzen Sedimenten und Muschelkalk, was sich über die Jahre abgesetzt hat. Vor allem, wo wir nun überall durchgejagt werden. Durch kleinste Spalten zwängen wir uns mit den Booten und kommen so in wunderschöne Höhlen, die alles noch einmal übertreffen. Es ist der Wahnsinn, was die Natur hier hervorgebracht hat.
 
 
 
 
Schnell ist eine halbe Stunde um, und wir paddeln wieder zurück zur „Blue Star“. Die zweite Gruppe will ja auch noch in den Genuss dieses Anblicks kommen, und wir dürfen in der Zwischenzeit im tieftürkisen Wasser baden.
 
Als wir alle wieder versammelt sind, geht es weiter zur Mutterinsel, Koh Mae Ko.
Dort liegt in 240 m Höhe die „Blue Lagoon“, ein riesiger türkisfarbener Salzwassersee, an dem auch „The Beach“ mit Leonardo di Caprio gedreht worden ist.
Wieder an erster Stelle paddeln Flo und ich mit unserem Kanu zur Insel. Doch hier sind wir, wen wundert’s, nicht ganz allein. Zum Glück verteilt sich aber alles ganz gut.
Unserem Guide eilen wir im wahrsten Sinne des Wortes nach; als Einzige die sportlichere Strecke der eh schon sehr sehr steilen Treppe. Was zur Folge hat, dass wir ein paar kleine Umwege gehen und ich am nächsten Tage einen sauberen Muskelkater habe.
Aber was soll’s, für diesen Ausblick muss man einfach alles tun. Zum Inselinneren das türkise Wasser des Salzwassersees und auf der anderen Seite das tiefblaue Meer mit den ganzen bunten Booten und die weiteren kleinen Inseln. Einfach göttlich!!! Ein Ort, von dem man einfach nicht mehr weg möchte.
 
 
 
Einziges Argument, dass ich inzwischen so heißgelaufen bin und dringend eine Abkühlung brauche. Und die bekommen wir auch schnell als wir die Treppen allesamt wieder heruntergeeilt sind. Bei den Temperaturen sind auch gefühlte 30 Grad Wassertemperatur noch eine Erfrischung.
 
Da liege ich nun wie ein gestrandeter Fisch und bewege mich erst dann wieder aus dem Wasser als es heißt, aufzubrechen.
 
Nun macht sich auch bezahlt, dass wir vorher einen der wenigen Liegeplätze auf dem Deck ergattert haben. Den meisten wird es dort oben bei praller Sonne eh zu heiß, aber ich liebe es, mir nun mal so richtig die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen. Und so vergeht die sonst eher etwas eintönige Bootsfahrt wieder in Richtung Nathon schneller.
 
Eigentlich sollten diese Eindrücke uns für den Tag heute reichen, aber spontan entscheiden wir uns dafür, noch die Konkurrenz-Show zum letzten Mal im „Paris Cabaret“ zu besuchen.
Dort geht es schon wesentlich professioneller zu. Vom Ambiente wie in einem Theater mit kleinen Tischen, gepolsterten Sofas und roten Samtvorhängen. Auch bei Weitem haben sich nicht so viele Leute hierher verirrt, was uns nicht wirklich stört.
 
Den Luxuswein gönnen wir uns auch hier und auch ein kleines Trinkgeld für die „Dame“, die wir sonst wohl gar nicht mehr losgeworden wären. Und auch die Ladyboys sind hier weitaus ansprechenden. Und dann geht es auch schon los, und unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht. Es ist eine wirklich sehr schöne Show, und man kann hier noch weniger erkennen, dass dies gar keine echten Frauen sind.
 
 
Einziger Kritikpunkt, zum Ende hin war dann wohl die Luft etwas raus und die Darbietungen wurden eintöniger. Aber man will sich ja nicht beschweren. Im Großen und Ganzen war es wirklich sehr unterhaltsam, und wir haben genau das zu sehen bekommen, was wir wollten.
13. Tag – Koh Samui – 22.09.2015
Die letzten Tage unseres Urlaubs wollten wir uns dann wirklich mal gerne haben lassen und nicht viel tun. Baden, Sonnen, Lesen und sich bestenfalls eine Massage gönnen.
 
Mit Gönnen hatte das aber nicht so viel zu tun. Mit meinem heftigen Muskelkater glich das einer Folter, und ich hätte am liebsten die Wände hochgehen wollen. Die Damen schienen genau zu spüren, wo sie hinlangen mussten, um ihre sadistische Ader zu befriedigen. Ich war dieses Mal ehrlich gesagt froh als die Stunde um war.
Am Abend wollte ich unbedingt mal auf dem Markt in Chaweng essen und ein paar Leckereien ausprobieren, die wir nur hier finden konnten. Doch nicht alle Entscheidungen stellen sich als die besten heraus. Man sollte einfach die Stellen meiden, wo preisbewusste Touristen gerne essen gehen. Das war zu viel des Guten, wo wir doch eher unserem Eremiten-Dasein fristen. Aber man muss eben alles einmal ausprobiert haben.
 
14. Tag – Koh Samui – 23.09.2015 
Tagsüber Strand und am Abend haben wir uns doch noch ein letztes Mal ins Nachtleben geschlagen.

Flo hatte es allerdings satt, die ewig gleiche Strecke hinter mir her zu trotten, und so haben wir uns das erste Mal am Abend in ein Songthaew gesetzt.
Wenigstens ein paar Kleinigkeiten wollten wir noch besorgen, wenn wir Beide auch nicht so die Big Shopper sind. Trotzdem, beim nächsten Mal reisen wir wirklich nur noch mit leichtem Gepäck an und kaufen uns die meisten Sachen vor Ort. Auch wenn man eigentlich nichts braucht, man muss in Thailand zwangsläufig ein paar Baht lassen.

15. Tag – Koh Samui – 24.09.2015
Irgendwann geht auch einmal der schönste Urlaub zu Ende. Und das ist heute nun der Fall. Trotzdem bedauern wir es nicht. Wir hatten eine herrliche Zeit und so viel erlebt, dass uns es eher vorkam, als wären wir schon 4 Wochen in Thailand. Und so war es nun auch erst einmal gut und recht, und wir konnten glücklich mit all den schönen Erinnerung an dieses Land nach Hause fliegen.
 
 
 
 
Der letzte Tag hat den Urlaub auch noch krönend abgeschlossen. Wir hatten das allerschönste Wetter und das Glück, dass wir erst am Abend abfliegen sollten. So haben wir aus Komfortgründen unser Zimmer um einen halben Tag verlängert und hatten wirklich den ganzen Tag noch einmal Zeit, es uns gutgehen zu lassen. Und damit ich auch unsere Massage-Ladies eher in guter Erinnerung behalte, haben wir dieses Mal auf die Traditionelle Öl-Massage zurückgegriffen. Das war dann mal wirklich Entspannung pur.
Gleich danach ist noch mein letzter großer Wunsch in Erfüllung gegangen, und Flo und ich konnten noch einen Makaken auf den Arm nehmen. Die sind so flauschig und süß, den hätte ich gar nicht wieder hergeben wollen. Schade!!!
 
Wie immer pünktlich 16:30 Uhr (thailändischer Zeit) sind wir am Strand aufgebrochen, weil dann sich schon die Sonne verzieht und es bald anfängt zu dämmern. So hatten wir keinen Stress, noch den Rest zu packen, ein letztes Mal typisch thailändisch zu essen, und dann ging es auch schon zum Flughafen.
 
 
Wurde ich bisher noch nicht gefilzt, dann hatten sie es dieses Mal aber gründlich auf meine Handtasche abgesehen. Und wie man sieht bin ich wieder daheim. Sie haben auch nach dem dritten Mal nichts gefunden.
Der Flug von Bangkok nach Hause war weniger angenehm, wenn man doch den Hinflug zum Vergleich hat. Aber irgendwann vergehen auch diese Stunden, und den Urlaub lassen wir uns von so etwas bestimmt nicht mehr vermiesen.
Ich bin wirklich sehr happy, dass ich das alles mit meinem Schatz erleben durfte. Nun sind wir, wie schon befürchtet, von dem „Asia-Virus“ befallen und sparen schon auf unseren nächsten Urlaub. Ob Vietnam oder Kambodscha, wir lassen uns überraschen…
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2 Gedanken zu „Thailand 2015

  1. Puh, endlich etwas Beton. Ich sah für eine lange Zeit,
    aber am Ende zu. Ich mag diesen Artikel wirklich werde ich versuchen, zu handeln, wie es beschrieben wird.
    Wie Sie ein gewöhnlicher Mensch kann sehen, können auch Wunder
    wirken. Ich werde wissen, wie ich ging, und
    ob Informationen von einer Eingangskontrolle zu 100%.

    1. Hallo Ellias! Leider habe ich erst jetzt deinen Eintrag gesehen, da dieser leider im Spam-Ordner gelandet ist. Vielen Dank für das Lob und dein Interesse. Warst du denn inzwischen in Thailand und wenn ja, haben dir die Informationen etwas weitergeholfen? Es würde mich freuen, zu erfahren, wie es dir im Lande so ergangen ist und auch, falls sich in der Zwischenzeit etwas geändert haben sollte . LG Doro

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