Bergtour Herzogstand-Heimgarten – August 2018

Ehrlich gesagt, zählt diese Tour nicht gerade zu meinen Highlights. Man hat es quasi mal gemacht, dass man mitreden kann. Und nachdem wir die Wanderung bei schönerem Wetter noch einmal in entgegen gesetzter Richtung wiederholt haben, muss ich gestehen, dass zwar die Aussicht und auch die Wanderung über den Grad schon toll ist, aber das Gesamterlebnis uns nicht so überzeugt hat, wenn doch einige Unannehmlichkeiten zusammen kommen. Aber lest selbst und vor allem, bildet euch eure eigene Meinung!

15.08.2018 / Herzogstand-Heimgarten

Wie kann man sich auch ausgerechnet einen Feiertag aussuchen, um diesen nahezu überlaufenen Berg zu besuchen. Zu unserem Glück war heute wenigstens die Seilbahn nicht aktiv.
Wir dachten uns halt, wenn wir noch weit vor Sonnenaufgang losgehen, könnten wir das Schlimmste vermeiden. Das Schlimmste kam erst später, doch der Supergau ist ja für uns, wenn man gleich von Anfang an jemand am Arsch hängen hat. Und das war der Fall. 
Kaum an der Talstation der Herzogbahn angekommen, haben wir im Dunkeln nach dem Aufstiegsweg geforscht. Drei junge Kerle sind auf der Suche etwas planlos umher getappt, und haben sich gleich siegessicher an unsere Fersen geheftet. Ich konnte also nicht anders, als beim Warm-up schon die Geschwindigkeit zu verdoppeln, und der arme Flo musste hinterher, ob er nun wollte oder nicht. 
Nun mögen wir vielleicht auch nicht mehr die Jüngsten sein, doch eins haben wir den Jungspunden voraus, denn wir sind auch in der Lage, unsere Geschwindigkeit zu halten – und so hatten wir sie rasch wieder abgeschüttelt. Nach einer halben Stunden hat Flo allerdings auch um Gnade gefleht, und wir haben unser Tempo wieder ein wenig nach unten korrigiert. Aber bis zum Gipfel waren wir nun jedenfalls allein. 

Den Martinskopf mussten wir allerdings links liegen lassen, um unseren Vorsprung nicht doch wieder einzubüßen. Das war aber auch überhaupt nicht wild, denn gesehen hätten wir eh noch nichts. Von wegen schönes Wetter, die Suppe hielt sich bis zum Gipfel des Herzogstands und noch weit darüber hinaus. 


Waren wir noch vom letzten Ausflug auf die Lamsenspitze und das Sonnjoch verwöhnt, hab zumindest ich mich hin und wieder gefragt, was ich jetzt hier eigentlich mache. Aber ganz so schlimm war es dann zum Glück auch wieder nicht. Die Gradüberschreitung hinüber zum Heimgarten ist in der Tat etwas Besonderes, vor allem, wenn die Wolken und der Nebel so tief in den Bergen hängen – das hat etwas sehr Mystisches.

Allerdings mussten wir den Einstiegspfad erst einmal finden und dann unseren Gleichgewichtssinn stabilisiert bekommen. Es ist schon irgendwie befremdlich, wenn man teilweise gar nicht sieht, wo man hintritt.

Kurz vorm Heimgarten ist die Wolkendecke doch etwas aufgerissen, und so bekamen wir wenigstens noch bisschen was zu sehen.

Die Sonne kam erst gänzlich zum Vorschein, als wir uns schon wieder über die Ohlstädter Alm nach unten gearbeitet haben.

Dafür kamen uns ungelogen bestimmt an die 300 Leute entgegen. So einen Andrang haben wir wirklich noch nie erlebt. Wir meinten spaßeshalber nur zu dem ein oder anderen, dass ab 300 Leuten, der Gipfel geschlossen wäre. Na ja, schönes Wetter hatten sie zumindest dann oben, aber lieber verzichte ich darauf und hab meine Ruhe…

17.11.2018 / Heimgarten-Herzogstand

Der zweite Anlauf klappte schon bedeutend besser. Wie angedroht, haben wir die Tour genau umgedreht und uns auch schöneres Wetter ausgesucht. Schon auf dem Hinweg konnten wir auf das Gradl und den Heimgarten schauen, aber es war heute zapfig kalt. Nach den letzten warmen Tagen musste man sich da erst mal wieder umstellen. 


Im Tal wollten sich die Wolken heute nicht so recht auflösen, doch das störte uns überhaupt nicht. Gerade das ergab ein geniales Bild, wie die Berge wie von Zuckerwatte umgeben sind, die immer weiter an den Hängen nach oben kriecht. Zum Glück haben sie aber den Grad nicht erreicht, und so konnten wir dieses Mal darüber wandern, ohne an Sicht einzubüßen. 


1 1/2 Stunde später – nach Erreichen des Heimgartens – waren wir dann auch schon am Pavillon auf dem Herzogstand und konnten links auf das Wolkenmeer und rechts auf den Walchensee hinab blicken. Geht doch!

Dieses Mal ließen wir den Martinskopf aber nicht aus, und haben uns durch die Latschen über einen kleinen Pfad zum Kreuz gekämpft. Doch der Aufenthalt war nur von kurzer Dauer, und so ging es auf dem Hauptweg schnurstracks wieder hinunter, nachdem uns auf dem Gipfel eine Horde sehr gesprächiger älterer Damen und Herren in die Flucht geschlagen hat.

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