Schneeschuhtour Probstenwand-Hennenkopf – Dezember 2018

Endlich war es so weit. Nach dem langen und schönen Sommer gab es nun wieder Schnee. Allerdings so schlecht ausgestattet wie dieses Mal, sind wir noch nie losgezogen. 
Wozu braucht man Anfang Dezember in den Bergen auch Stöcke, Schneeschuhe und Gamaschen? Dass das vielleicht nicht ganz so schlau war, haben wir dann aber recht schnell gemerkt.
Trotz allem war es eine sehr schöne Tour und ein guter Auftakt, um in die Saison zu starten – das nächste Mal allerdings mit Schneeschuhen & Co.

01.12.2018 / Probstenwand-Hennenkopf

Im Sommer habe ich einen herrlichen Trail übers Brauneck, Latschenkopf, Achselköpfe zum Hennenkopf und Probstenwand gemacht und bin im Anschluss den Steig zwischen den beiden letzteren übers Längental zurück. Meinen Knien ist das nicht so gut bekommen, dennoch wollte ich diese Runde ganz gerne einmal mit Flo erwandern – allerdings in umgekehrter Richtung, damit wir den steilen Pfad zur Probstenwand lieber hinauf als runter gehen müssen.
Vielleicht hatten wir uns für dieses Vorhaben nicht unbedingt die beste Jahreszeit ausgesucht, doch war der Sommer völlig überraschend Anfang Dezember auch schon vorbei. Okay, Schnee gab es, aber da der sich noch in Grenzen hielt, dachten wir uns: “Jetzt oder nie!”

Den schon x-mal begangenen Weg übers Brauneck ins Längental haben wir auch dieses Mal wieder eingeschlagen. Hingegen der Prognosen des örtlichen Wetterdienstes fiel die ersten 2 Stunden der Niederschlag noch in Form von Regen und hat unsere Klamotten gleich ordentlich durchnässt. Doch nach einer kurzen Rast an der Vorderen Längentalalm sollte das Wetter endlich besser werden bzw. zumindest sollte es aufhören zu regnen.


An der Hinteren Längentalalm nahmen wir den Steig rechts hinauf zur Längenbergalm. Danach musste sich Flo allerdings vollständig auf mich und meine Ortskenntnisse verlassen. Doch da ich – hingegen der Natur der Frau – zwar nicht multitaskingfähig bin, dafür aber einen guten Orientierungssinn besitze, war das kein Problem.
Im Gegenzug habe ich ihn aber kurzzeitig verflucht, weil er gemeint hatte, das wir die Stöcke noch nicht brauchen würden. Und ohne die war es mit meiner kaputten Sehne nicht immer so lustig, den nun folgenden sehr steilen Weg bis zu der ersten kleinen Lichtung zu gelangen. Doch schnell hat mich wieder der Ehrgeiz gepackt, und ich habe mich fast ohne zu mosern durch den Schnee gearbeitet. Spätestens als wir das erste Mal die Probstenwand und den Hennenkopf zu Gesicht bekommen haben, war die Welt für mich eh wieder in Ordnung.


Das der letzte Anstieg hinauf zur Wand nicht ganz ohne ist, kann man im Winter erst recht unterschreiben. Und man sollte das auch unter keinen Umständen mehr machen, je weiter die Jahreszeit fortgeschritten ist. Schon jetzt mussten wir uns auf allen Vieren nach oben kämpfen, wo wir dann auch ziemlich durchnässt ankamen. Aber Spaß gemacht hat es trotzdem. 🙂


Zuerst sind wir nun nach links zur Probstenwand abgebogen. Den Weg konnte man nicht erkennen, das machte aber auch nix, denn ich wusste ja, wo es lang geht. Trotzdem war es kein einfaches Unterfangen. Der Schnee lag sehr schwer auf den Latschen, und hat diese so weit nach unten gebogen, dass es ein reiner Balanceakt war, sie zu umklettern oder auch mal darunter durchzukriechen. Sollte bis zu dem Zeitpunkt noch etwas an uns trocken gewesen sein, so war es danach endgültig vorbei. Doch da nun für ca. eine halbe Stunde der Himmel ein wenig aufriss, haben sich die Strapazen voll und ganz gelohnt. Eine absolute Bilderbuchlandschaft lag uns nun nicht nur zu Füßen, und ein Foto hat es sogar auch wieder in den Kalender geschafft.


Ein Stück mussten wir nun wieder zurück und uns am Aufstiegsweg weiter geradeaus halten; vorzugsweise in gebückter Haltung. 
Auf den Hennenkopf hatte ich mich ganz besonders gefreut und war schon ganz nervös, weil ich wusste, gleich werden wir auch einmal zusammen da hinaufklettern.
Hmm, Flo hat es mir dann doch verboten oder sagen wir besser nahe gelegt, das zu unterlassen. Er mag ja Recht gehabt haben, und im Stillen war es mir schon auch klar, aber man darf ja mal ein bisschen enttäuscht gucken.
Also dann wieder im nächsten Frühjahr…


Was wir vergangenen Winter uns nicht zugetraut haben und schlicht und ergreifend auch einfach zu gefährlich gewesen wäre, dass konnten wir nun – noch zu Beginn des Winters und mit erweitertem Erfahrungsschatz – schon einmal wagen. So ging es dann den Steig zur Tiefentalalm hinunter. Dieser hatte es schon auch in sich, aber war bei Weitem nicht so schlimm wie unser Aufstiegsweg.

Von der Tiefentalalm aus wollten wir noch einen letzten Weg testen, den wir bisher noch nicht kannten, und so sind wir über den Sattelgraben zur gleichnamigen Alm. Ab da war uns die Strecke wieder vertraut, und ich will auch niemand damit langweilen, wie es über die Melcherstefflalm, an der Arzbach entlang und weiter über Schlegldorf wieder nach Hause zurück ging.

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