Zittauer Gebirge – April 2015

Es ist nun zwar schon ewig her, aber dennoch möchte ich wenigstens kurz etwas über diese Region erzählen. Wären wir damals nicht im Fernsehen auf einen Bericht über die Klosterruine Oybin gestoßen, dann hätte es uns wahrscheinlich auch niemals hierher verschlagen. Doch die Bilder haben uns so etwas von überzeugt, dass wir all das gerne einmal mit eigenen Augen sehen wollten. 
Mein Geburtstag war genau der richtige Anlass, um sich mal ein paar Tage vom Acker zu machen.

24.04.2015 / Klosterruine Oybin – Töpfer – Böhmische Aussicht – Scharfenstein – Kelchsteine

Das Zittauer Gebirge liegt im südöstlichsten Zipfel Deutschlands und somit nicht gerade bei uns um die Ecke. Es bildet mit Polen und Tschechien das Dreiländereck und ist mit knapp 50 km² Deutschlands kleinstes Mittelgebirge.
Auch Caspar David Friedrich hat es zu Zeiten der Romantik schon zu der Klosterruine in Oybin gezogen, was er natürlich in einem seiner zahlreichen Gemälde für die Ewigkeit festhalten musste.
Auf dem gleichnamigen 514 m hohen Berg, der einem versteinerten Bienenkorb ähneln soll, entstand im 14. Jahrhundert ein Burg, die sich Kaiser Karl der IV. zum Altersitz ausbauen ließ und des weiteren ein von ihm gestiftetes Kloster des Cölestinerordens. Ab 1577 verfiel leider die gesamte Anlage, aber die imposanten Ruinen auf den Sandsteinfelsen sind durchaus noch immer sehenswert.


Nach den ersten Eindrücken waren wir schon ganz angetan, und nun wollten wir noch ein wenig mehr von diesen bizarren Felsformationen aus Kreidesandstein sehen. Von der Teufelsmühle aus sind wir einem kleinen Wanderweg in den Hochwald hinein gefolgt, der uns an all den regionalen Berühmtheiten vorbeigeführt hat. 
Es bedarf gar keiner so großen Phantasie, um sich auszumalen, warum die Felsen Namen wie „Brütende Henne“, „Taube“, „Papagei“, „Schildkröte“ usw. tragen.

Am bekanntest ist allerdings der Töpfer mit seinem riesigen Felsentor. Die Aussicht von dort aus haben wir uns dennoch lieber erspart, zu groß war der Andrang. Doch man brauchte sich nur ein paar Meter davon zu entfernen, dann war man wieder hübsch allein.

Weiter ging’s nun über die Böhmischen Aussicht, durch die Kleine und Große Felsengasse bis hin zur Felsnadel des Scharfensteins, der auch bei Kletterern sehr beliebt ist, bis wir endlich zu den Kelchsteinen kamen, die wir auf der Hinfahrt schon von der Straße aus bewundert haben.  

Die 15 Meter hohen Pilzfelsen aus Bundsandstein sind die größten ihrer Art im Zittauer Gebirge. Ihre sonderbare Form erhielten sie durch Erosion und Windschliff, die Farbe durch die Beimengung von Eisenoxid. Auf jeden Fall habe ich derartiges noch nirgends gesehen und war restlos begeistert. 

Nun hatten wir fürs erste wahrlich genug an Eindrücken gesammelt und ließen es uns in der „Kleinen Burg“ richtig gut schmecken. Und wer es glaubt, ICH kann sogar mal ein Bier empfehlen: Pupen-Schultzes Schwarzes – natürlich frisch gezapft!!!


25.04.2015 / Jonsdorf-Mühlsteinbrüche-Nonnenfelsen

Sehr gerne wäre ich ja auch einmal mit der Schmalspurbahn nach Jonsdorf gefahren, doch da wir im Anschluss noch weiter wollten, hat uns dafür die Zeit leider nicht mehr gereicht.

Zumindest konnten wir auf dem Weg zu den Mühlsteinbrüchen noch das ein oder andere Umgebindehaus erspähen, die für diese Region so typisch sind.

Den genauen Wegverlauf kann ich nicht mehr beschreiben, das brauche ich aber auch nicht, denn hier ist alles bestens ausgeschildert. So erfährt man so einiges über das Wesen und die Arbeit in den Steinbrüchen, währenddessen man immer wieder an den skurrilsten Sandsteingebilden vorbei kommt oder sich auch mal durch schmale Klüfte kämpfen muss. Es gibt jedenfalls viel zu sehen und zu erleben bis man schließlich irgendwann den Nonnenfelsen erreicht.


Es dauerte wohl ein sehr lange Zeit bis „Die Nonnen mit dem Schleier in der Hand“ auch von Normalsterblichen überstiegen werden konnten. Mittels kleinen Brücken ist es nun uns allen möglich, und es gibt on top sogar eine kleine Wirtschaft. 

Über 4 verschiedene Wege kommt man nach oben, die fast alle durch enge Schluchten und Felsgassen gehen. Sogar einen Klettersteig soll es hier geben. Ich sehe, wir müssen unsere Erinnerungen unbedingt wieder ein wenig auffrischen und diesen wunderschönen Ort erneut besuchen.
Jetzt hieß es aber zur Abwechslung mal wieder ein wenig Kultur zu erleben. Zittau, Görlitz und Bautzen standen heute noch auf unserem Programm. Da hatten wir uns echt was vorgenommen.

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