Trailrunning Seekar – August 2018

22.08.2018 / Seekar-Mariaeck-Schönberg

Auch heute blieb mir wieder einmal nichts anderes übrig, als mich alleine auszupowern. Hatte ich doch erst neulich das Brauneck geschafft, wollte ich mir nun die Zähne am Seekar ausbeißen. 
Im Winter war ich schon bis zur Seekaralm über den Sulzer Steig vorgedrungen, doch dieses Mal sollte ich es ganz schaffen.
5:45 bin ich von daheim aus gestartet, d.h. dass man quasi eine Halbe- bis Dreiviertelstunde schon mal beschäftigt ist, bevor es überhaupt so richtig losgeht. 
Da man in der Regel aus Fehlern lernt, habe ich mir zu Beginn des Sulzer Steigs wenigstens ein Power-Gel genehmigt, dann begann der schweißtreibende Teil. Wusste ich noch vom letzten Mal, um wie viel schwieriger es ist, über diesen Weg bergauf zu „springen“ anstatt auf gleichmäßigem Untergrund schön in seinen Rhythmus zu kommen, war ich doch überrascht, um wie viel besser es dieses Mal ging. So hatte ich mehr oder weniger schnell die erste Etappe geschafft und betrat ab der Lenggrieser Hütte läuferisches Neuland. 
Als der Gipfel dann endlich direkt zu meinen Füßen lag, wurde der Schwierigkeitsgrad noch ein letztes Mal erhöht, und zusätzlich mein Gleichgewichtssinn getestet, indem ich eine Unmenge an Kuhfladen bergan zu überspringen hatte. 
Nach ca. 1 1/2 Stunden stand ich auf dem Seekar und war wieder einmal megastolz, es in einem Rutsch geschafft zu haben. 
Bevor es allerdings gleich wieder weitergehen sollte, musste ich an diesem wunderschönen, sonnigen Morgen noch ein wenig an Ort und Stelle verweilen, um die Einsamkeit und den Blick auf die Berge zu genießen.


Gerne schlage ich mehrere Fliegen mit einer Klappe, und so wollte ich den Rest der Tour nutzen, um auch wieder einmal etwas Neues zu erkunden. Bisher hatte ich nur übers Mariaeck geschrieben, es aber selbst noch nie betreten. Ich war nun sehr gespannt darauf und wollte mich auch mit eigenen Augen davon überzeugen, ob es wirklich im Winter nicht machbar ist – und ich kann inzwischen bestätigen, es gibt durchaus bessere Ideen. Selbst wenn man sich in der Lage fühlt, die exponierten Felsen – teilweise versichert – zu überkraxeln, ist der Rest auch nicht ohne. Die Hänge zuvor fallen rechts und links extrem steil ab, im Winter sind die Hangrutsche sogar aus der Ferne sehr deutlich auszumachen. Ich persönlich würde jedenfalls dringend davon abraten, dort entlang zu gehen.

Dafür ist es, so ganz ohne Schnee, eine der schönsten Passagen, wenn man denn schwindelfrei und trittsicher ist. Vom Seekar auskommend hapert es allerdings manchmal etwas mit den Markierungen, weshalb ich auch das ein oder andere Mal ein wenig umhergeirrt bin.

Der Schönberg war nun schnell erreicht, jetzt musste ich nur noch den Trampelpfad über den wenig begangenen Westabstieg finden, der ausschließlich auf der OpenStreetMap eingetragen ist.

Auch heute hat es meinen Knien exakt an dieser Stelle wieder einmal gereicht, und so war der sehr steile Weg durch den Wald hinab bis nach Hause alles andere als ein Genuss. Aber es half nun nichts, irgendwie musste ich ja wieder heimkommen. So habe ich noch einmal all meine Gedanken auf Geleistetes fokussiert und versucht, den Schmerz auszublenden. Manchmal muss man halt Opfer bringen…

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