Schneeschuhtour Schönalmjoch – Dezember 2018

26.12.2018 / Schönalmjoch

Der Dezember meinte es sehr gut mit uns. Am zweiten Weihnachtsfeiertag war schönes Wetter gemeldet, und das wollten wir natürlich gleich ausnutzen.
Es heißt, dass dieser Berg bei Skitourengehern recht beliebt wäre, und so mussten wir eben einfach früher dran sein als sie. Aber wir hatten auch so Glück, und sind an diesem Tag keiner einzigen Menschenseele begegnet – zumindest auf dem Hinweg. 
Fairness halber muss ich eingestehen, dass sich manche Stellen vielleicht nicht wirklich so optimal für Ski anbieten, wenn zu wenig Schnee liegt. Da man als Schneeschuhgeher aber wesentlich flexibler ist, hat man natürlich einen unumstrittener Vorteil. Außerdem kommt man damit auch an Stellen, wo der Allgemeinheit womöglich das Spektakel zu wenig ist.

Wir hatten kurz vor Hinterriß unser Auto abgestellt und mussten nun zuerst einmal den Rißbach überqueren, um auf die Forststraße zu gelangen. Über diese konnte man relativ entspannt nach oben gehen und schon etwas an Höhe gewinnen. Dabei war es uns immer wieder einmal möglich, sowohl einen Blick ins Tal als auch auf die Berge der Nördlichen Karwendelkette zu erhaschen. 

Anfangs immer im Schatten der Südwesthänge des Schönalmjochs, waren wir froh, als die Sonne endlich auch den Weg erreichte; glücklicherweise immer genau dann, wenn es eh anfing anstrengender zu werden.

Auf ca. 1400 hm ging nun ein Pfad rechts vom Forstweg ab. Diesen kann man nicht nur, sondern soll ihn auch nehmen. Denn da man direkt durch ein Schutzgebiet kommt, sollte man sich strikt an die vorgeschriebenen Wege halten. Wir bekommen eh regelmäßig einen Hals, wenn wir sehen, wo manche Leute überall entlang gehen; ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bin der Meinung, wenn man sich doch schon der Natur bedienen darf – und das alles auch noch völlig kostenlos – dann sollte man dieses Gut nicht auch noch mit Füßen treten. Vielleicht fühlt sich ja jetzt jemand animiert, einmal über sich nachzudenken, damit wir alle noch lange etwas davon haben.

Der Pfad ging erst durch ein kleines lichtes Waldstück und später über Schneisen nach oben. Dieses Mal machten wir tatsächlich auch das erste Mal von unseren Steighilfen Gebrauch, und haben uns gefragt, warum wir nicht schon früher drauf gekommen sind, dass man die auch benutzen kann.

Je weiter wir im Gelände nach oben vordrangen, umso deutlicher legte der Weg an Steigung zu. An einer Stelle mussten wir gut Obacht geben, da es dort nicht nur steil, sondern der Hang auch schmäler und recht abschüssig wurde. Als wir allerdings die Baumgrenze erreicht hatten, wurde es jedoch wieder entspannter, und wir konnten uns voll und ganz auf die Schönheiten der Natur konzentrieren, die diese uns zu bieten hatte – blütenweißer Schnee, strahlendblauer Himmel, und der Gipfel lag vor unseren Füßen und wollte nur noch erstürmt werden.

Linkerhand kam mit jedem Schritt nach oben der imposante Schafreiter und daneben das spitze Delpsjoch zum Vorschein, so dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als diese Beiden für unsere nächste Tour einzuplanen.

Hinter uns konnten wir sowohl auf die Baierkar-, Krapfenkar- und Soinerspitze schauen als auch auf die Östliche Karwendel-, Birkkar- und Ödkarspitze usw… Wir waren schon jetzt total begeistert und freuten uns, was wir vom Gipfel aus noch alles zu Gesicht bekommen würden. Und wir sollten nicht enttäuscht werden. 

Die Fernsicht war heute wirklich fantastisch. Demeljoch, Juifen, Guffert und die Unnütze im Norden, wirkten zum Greifen nah.

Auf der anderen Seite konnten wir nun direkt auf die mächtige Fleischbank, Hölzelstal- und Grasbergjoch schauen, welchen wir erst vor einem Monat einen Besuch abgestattet haben. Dahinter präsentierten sich uns das Sonnenjoch und die unverkennbare Schaufelspitze von ihrer schönsten Seite. 

Nun aber genug geschwärmt, sonst denkt womöglich noch einer, ich würde an Objektophilie leiden. Aber wer genauso bergaffin ist, der kennt diese Momente, weiß wie es sich anfühlt, dort oben zu stehen und kann mich sicher verstehen. Allen anderen lege ich nahe, gönnt euch diesen Luxus doch auch einmal.

Nach unten geht es ja immer ein wenig schneller. Dieses Mal vielleicht sogar noch ein bisschen zügiger als sonst.
Da wir eben auf den ausgewiesenen Wegen bleiben wollten, sind wir auch genauso wieder hinunter, wie wir hinauf gegangen sind. Um an der einzig riskanten Stelle nicht ins Rutschen zu geraten, habe ich der Schwerkraft entgegen gewirkt und mich halt gleich auf den Hintern gesetzt. So war das Problem schnell aus der Welt geschafft, und es hat auch deutlich mehr Spaß gemacht.
Der Forstweg war dafür nicht mehr so prickelnd, da der Schnee aufgrund der warmen Temperaturen nun arg zu stollen anfing. High Heels am Berg fühlen sich einfach nicht wirklich gut an. So haben wir sie irgendwann doch noch ausgezogen (die Schneeschuhe) und sind wieder sicher ins Tal zurück.

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