Schneeschuhtour Längental – Januar 2018

Trotz der aufregenden Aktion vor gerade einmal einer Woche, waren wir einfach nicht unterzukriegen. Doch da der Lawinenlagebericht uns weder grünes noch gelbes Licht geben wollte, haben wir davon abgesehen, einen Gipfel zu erstürmen. Aber es gibt ja zum Glück auch Möglichkeiten, den Bergen recht nah zu kommen, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben. So haben wir eben eine ausgedehnte Schneeschuhtour durchs einsame Längental geplant, wo es durchaus auch den ein oder anderen Höhenmeter zu machen gab.

24.01.2018 / Längental

Auch dieses Mal sind wir wieder so früh von daheim losmarschiert, dass sich uns die Stirnlampen als nützlich erwiesen. Ab der Arzbach konnten wir sie dann aber endlich ablegen, und es ging zum Warmwerden über den Ratzenbachgraben die ersten Meter bergan.  
Das Wetter war schon am Morgen einfach herrlich und der Forstweg über die Probstbauernalm zur Brunnlocheralm gut geräumt, so dass es uns endlich mal wieder möglich war, sich voll und ganz auf die Umgebung zu konzentrieren.

Und gerade das soll ja auch das Besondere an diese Runde sein, dass man immer wieder tolle Aussichten auf die Benediktenwand und andere regionale Spezialitäten genießen kann. 

Die Brunnlocheralm hat sich ideal für unser Frühstück angeboten. Während der nasse Schnee step by step vom Dach rutschte, saßen wir dagegen darunter in Sicherheit und konnten Probstenwand, Hennenkopf und die Benedikten-Nordwand aus der Ferne bewundern – letztere allerdings mit eher gemischten Gefühlen. Doch dieses Mal sollte es um einiges entspannter zugehen.


Für den Weiterweg mussten wir nun allerdings die Schneeschuhe anlegen, da die Sonne den Untergrund schon stark aufgeweicht hatte, und es auch viele kleine Flüsse und Bächlein in diesem teilweise sumpfigen Gebiet gibt. So ging es z.B. auch als nächstes durch einen kleinen Rinnsal des Tiefengrabens zur idyllisch gelegenen Lexenalm.

Ein wenig Fleißarbeit ist von Nöten, und man muss auf einen kleinen Hügel hinauf, wenn man nun zum Lexenhaus kommen will. Dafür wird man aber gerade an dieser Stelle mit einem ganz tollen Blick auf die Berge belohnt.

Das Lexenhaus selbst kannten wir ja schon vom Herbst her, und hatten den Weg daran vorbei als reine Schlammschlacht in Erinnerung. Gut, dass es nun Winter war, auch wenn dafür etwas mehr Kreativität in Sachen Bachüberquerung gefragt war. Doch wusste man bei den Verhältnissen irgendwann eh nicht mehr, ob Füße und Hintern vom Schnee oder vom Wasser feucht sind.


Bis zur Melcherstefflalm konnte man seinen Extremitäten aber noch einmal kurz etwas Gutes tun, danach war wieder ordentlich Spurarbeit angesagt. Sollte die letzten Tage überhaupt einmal jemand diese Strecke gegangen sein, dann war jetzt aber nichts mehr davon zu erkennen. 
Zum Glück hatten wir nun endlich den DAV-App auf unserem Handy installiert, sonst wäre es mit dem Orientieren wirklich schwierig geworden. Die Sattelalm mag man vielleicht noch irgendwie aufspüren, doch dann darf man nicht übersehen, wo genau der kleine Pfad links abbiegt und über den Moosbergkopf zur Neulandhütte führt. 

Alle Anstrengung war aber schnell vergessen, als wir erst über eine hochmoorartige Lichtung zur Hütte kamen und uns dann von dieser über die geschlossene Schneedecke immer weiter auf die Berge zubewegt haben. 

Auf dem höchsten Punkt unserer Tour wartete neben einem Denkmal für Verstorbene und Gefallene nun eine Bank auf uns, von welcher aus wir unbedingt noch einmal die Benediktenwand auf uns wirken lassen wollten.

Der kleine Hennenkopf stiehlt ihr aus diesem Blickwinkel fast ein wenig die Show, so dass ich es nun kaum erwarten konnte, ihn endlich auch einmal erklettern zu dürfen.

Doch heute sollte alles im Sinne der Hütte stehen, und deshalb haben wir im Weitergehen ein wenig bergab die Längenbergalm kurz gestreift,

bevor wir etwas später hochkonzentriert die Augen offen halten mussten, um nicht zu verpassen, wo es nach der Lichtung links im Wald den kleinen Weg wieder ins Längental hinunter gehen soll. 

So schwer war es glücklicherweise dann doch gar nicht zu finden, und ich kann jetzt schon vorweg greifen, dass es sich im Winter hier wesentlich angenehmer als im Sommer geht. 


Schon bald befanden wir uns wieder in bekannten Terrain. Von der Hinteren Längentalalm wollten wir noch einen kleinen Umweg zur Kirchsteinhütte in Kauf nehmen, um uns ausnahmsweise mal ein Süppchen oder etwas in der Art zu gönnen. 

Für die meisten ist es ja eh schon unvorstellbar, wie man beim Berggehen gerade aufs Einkehren verzichten kann. Aber heute hatten wir es tatsächlich mal vor. Nun hatte aber gerade die Hütte, die sonst wirklich immer auf hat, geschlossen. Doch waren die Wirtsleut’ so freundlich, und haben uns wenigstens einen Lebkuchen gesponsert. Wir bedanken uns dafür wirklich noch einmal sehr und hoffen, bald auch wieder einmal als zahlende Gäste euch einen Besuch abstatten zu können.

Altbewährt ging es unterhalb vom Kogelkopf über den Weltcup- und Zielhang am Brauneck nach Hause zurück.

Fazit:

Diese Tour ist wirklich sehr zu empfehlen, wenn es aus verschiedenen Gründen mal nicht ganz so hoch hinaus gehen darf. Die Ausblicke sind traumhaft, und tun dürft ihr trotzdem auch bisschen was.
Man muss sich allerdings etwas zu orientieren wissen, die Einsamkeit mögen und genügend Proviant einpacken. Der Genuss kommt auf jeden Fall nicht zu kurz.

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