Klettersteig Norissteig – August 2018

Den Norissteig (B/C) im fränkischen Hirschbachtal darf man sich nicht als zusammenhängenden Klettersteig vorstellen, vielmehr würde ich es als felsige Stationen bezeichnen, zwischen denen man auch immer wieder ein paar Minuten Gehzeit hat. Dafür ist er sehr vielseitig, und man kann sich auf unterschiedliche Art und Weise auf diesem Abenteuerspielplatz austoben. Mal sind kleine Felsen zu überklettern, dann wieder an der Wand entlang über Stifte zu balancieren oder ein Kamin zu durchsteigen.

Vor ein paar Wochen sind wir hier schon einmal vorbei gekommen. Da wir aber noch keine Erfahrung und auch kein Klettersteigset dabei hatten, haben wir uns nur an ein paar Abschnitten probiert und beschlossen, noch einmal wiederzukommen und den kompletten Steig zu machen.

19.08.2018 / Norissteig / Hersbrucker Schweiz

Also das mit dem im Auto schlafen klappt bei mir einfach nicht. Doch damit wir am frühen Morgen starten konnten, noch bevor überhaupt jemand daran denkt aufzubrechen, blieb uns fast keine andere Wahl. Ich frage mich nur immer, warum wir jedes Mal so rücksichtvoll sind, dass wir nur ja keinen stören, denn umgekehrt funktioniert das leider nie. Gerade als ich kurz vorm Einnicken war, kamen ein paar Kletterer zurück und mussten erst einmal Party feiern. Ich war ja fast schon so etwas wie dankbar, als noch ein weiteres Auto eintraf, was sich zwischen uns und das rumoröse Quartett quasi als Schalldämpfer eingeschoben hat. Schlafen konnte ich trotzdem nicht.

Um 5 Uhr durfte ich endlich aufstehen. Leider lautlos, denn wir wollten die anderen ja tatsächlich nicht auf die Idee bringen, auch schon aufzubrechen. 
Als wir am Parkplatz gestartet sind, war es noch immer dunkel, aber wir hatten ja noch ein bisschen Weg vor uns, bis wir die Amtsknechthöhle erreichen würden. Doch dann waren wir tatsächlich schneller da, und ich habe mir schon fast Sorgen gemacht, dass es gar nicht mehr hell werden würde, bevor die Kletterei beginnt.

An der Höhle ging es nun das erste Mal ans Drahtseil. Auch wenn es keine Stifte in der Wand gab, war der Fels dennoch ganz gut anzutreten, bis man durch ein Höllenfenster in die Wand kriechen musste. Ich stand noch vor dem letzten Absatz und hab mir überlegt, warum genau dann die Sicherung fehlt, wenn es kniffeliger wird und wie ich da jetzt bitte schön an dem rutschigen Fels rüber steigen soll. Mein Männel half mir aber schnell auf die Sprünge und meinte, dass ich doch das Loch vor mir auch gleich nehmen könnte. Tja, manchmal sieht man die Höhle vor lauter Löchern nicht und kommt nicht auf das naheliegendste.

Auf dem Weiterweg zum berühmt berüchtigten Noristörl waren einige Felsbrocken verstreut, die man auf dem Grad überklettern konnte, aber nicht musste. Wir mussten! Da konnten wir gleich mal unsere Fingerfertigkeit ein wenig testen. Außerdem: Ganz oder gar nicht!!!


Am Törle angekommen, war es nun Zeit, unsere Klettersteig-Sets anzulegen, denn gleich würde es hinüber gehen zum „Brettl“, was wir bis dahin noch für den schwierigsten Teil des Steiges hielten. Entsprechend neugierig und nervös war ich auch. 

30 Meter über dem Boden galt es, eine Felswand zu queren, erst auf einem schmäler werdenden Band, dann etwas luftiger über Eisenstifte. Doch viel zu schnell waren die wenigen Meter im Kasten, und ich hab mich ernsthaft gefragt, ob das jetzt schon alles war. 

Aber es ging ja noch weiter zu unseren nächsten Stationen, dem Sprungstein und danach dem Franke-Kamin, durch den man 20 Meter über Tritte in die Tiefe klettert – nicht schwierig, aber teilweise eng.


Etwas dämlich kommt man sich schon vor, wenn man dann ewig mit dem Set durch den Wald rennen muss, aber es half ja nichts, denn bald würden wir es schon wieder brauchen – für den letzten Teil, die 50 m hohe Mittelbergwand.
Hier muss ich zugeben, dass ich dafür diese etwas unterschätzt hatte bzw. mir im Vorfeld gar nicht so viele Gedanken gemacht habe, weil ich so mit dem „Brettl“ beschäftigt war. Denn die Eisenstifte waren an dieser Stelle wesentlich rarer, so dass man schon mal etwas mehr Armkraft und Technik benötigte als bisher.

Danach ging es auf einem ausgesetzten Band weiter, und noch eine letzte Steilstufe musste überwunden werden, bevor wir viel zu schnell das Gipfelkreuz erreichten.

Mögen sich die meisten nun freuen, es geschafft zu haben, war ich etwas enttäuscht, weil es so schnell wieder vorbei war. Aber sind das nicht die besten Voraussetzungen, um dran zu bleiben?

Noch ein kleiner Zusatz: Die Mittelbergwand ist auch ein beliebter Spot bei Sportkletterern. Denn hier gibt es 60 gesicherte Routen vom Schwierigkeitsgrad 3 – 10.
Mal schauen, was die Zukunft so bringt, und ob wir uns da irgendwann auch ein mal versuchen können – zumindest im unterem Bereich der Skala. 😉

Nachdem wir kurz ins Hirschbachtal hinab geschaut haben, sind wir wenig später wieder ins selbe Tal hinab. Auf dem Parkplatz herrschte inzwischen Hochbetrieb, und das Gros brach auf zu ihren Touren.

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Ein Gedanke zu „Klettersteig Norissteig – August 2018

  1. […] die Azelsteinlöcher und das burgähnliche Kastell kamen wir schließlich zum Norissteig, den wir wenig später noch einmal mit kompletter Klettersteigausrüstung in Angriff genommen […]

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