Klettersteig Mittenwald – September 2018

22.09.2018 / Mittenwalder Klettersteig

Leider wurde ich heute tatsächlich einmal genötigt, in die Bergbahn einzusteigen. Doch was tut man nicht alles, um der Schwiegermutter zu gefallen. 
Was ich zu Beginn schon gleich einmal vorweg stellen will, es war wirklich sehr unterhaltsam, aber von der Umgebung habe ich eigentlich gar nicht so viel mitbekommen. Gut, dass wir wenigstens ein paar Fotos machen konnten. Es schreit nun also regelrecht nach einer Wiederholung, aber dann von ganz unten und mit offenen Augen. Trotzdem „Danke Irmi, es war ein sehr lustiger Tag mit dir.“

Von der Bergstation aus konnte man eigentlich gar nicht viel falsch machen, um in den Mittenwalder Höhenweg einzusteigen, an Beschilderungen sollte es sicherlich nicht fehlen. Aber wir wollten zuvor uns noch die Westliche Karwendelspitze via Klettersteig genehmigen.
Vor lauter Blabla haben wir es tatsächlich geschafft, diesen komplett zu umgehen. Ich hab mich noch gewundert, warum wir nur über Platten kommen und eigentlich gar nicht an Höhe gewinnen. Doch bevor ich überhaupt kapiert habe, was schief gelaufen ist, standen wir auch schon am Gipfelkreuz. Also so etwas war mir auch noch nie passiert. Ich hätte mich wirklich in den Hintern beißen können.
Den Klettersteig im Abstieg zu nehmen, machte nun leider auch keinen Sinn, also sind wir auf selbem Wege wieder zum Ausgangspunkt zurück. Jetzt konnte es nur noch besser werden.

Der Rest war jetzt aber wirklich nicht zu verfehlen, ich würde sagen „idiotensicher“. Man brauchte sich nur an den Drahtseilen zu orientieren und die ein oder andere Leiter zu überklettern.

Insgesamt ist der Klettersteig (B) nicht besonders schwierig, aber teilweise schon ein wenig ausgesetzt. In jedem Fall bietet sich einem von hier oben eine Wahnsinnsaussicht aufs Karwendel und das Wettersteingebirge, entsprechend gefragt ist er auch unter den Berggehern.
Doch wir hatten heute Glück, und so war gar nicht so viel los. Die wenigen Leute, die uns nicht schnell genug waren, hatten wir rasch überholt.

Ich weiß ja, dass Irmi auf die Nacht noch eine Klavierstunde besuchen wollte, aber so sehr hätte sie sich auch nicht beeilen brauchen, pünktlich wäre sie auch so nicht gewesen. 😉
Jedenfalls habe ich meine liebe Not gehabt, hinter ihr her zu kommen, wenn ich doch mal ein Foto machen oder die Landschaft genießen wollte. So hatte ich keine andere Wahl als das Klettersteigset als reinen Deko-Artikel am Körper zu tragen, damit ich den Anschluss nicht verpasse.
Immerhin kam meine Klappe hinterher.

Nach und nach haben wir die einzelnen Stationen abgearbeitet, die da wären: Nördliche, Mittlere und Südliche Linderspitze, Sulzleklammspitze, Kirchlspitze und als Zugabe die Brunnsteinspitze.

Seltsamerweise war nach den 3 Linderspitze überhaupt kein Mensch mehr anzutreffen, und wir dachten schon fast, uns verlaufen zu haben. Doch ein Blick aufs Handy und alles war wieder in Butter. Wir konnten also getrost weiter erzählen.

Wie eben schon erwähnt sind wir an der Tiroler Hütte nicht sofort zur Brunnsteinhütte abgestiegen, sondern haben die Brunnsteinspitze ja nicht einfach auslassen können, wo wir nun doch direkt davor standen. Hier waren dann auch wieder ein paar Leute anzutreffen, die an anderer Stelle aufgestiegen sind, und Irmi hat sie perfekt entertaint. 

Also im umgekehrtem Fall hätte ich ja schon längst Reißaus genommen, wenn mich 2 Damen so beschallen würden, aber es war auch mal nett, auf der anderen Seite zu stehen.

Jetzt wurde es aber allerhöchste Zeit, der Klavierstunde noch eine reale Chance zu geben, wir mussten die Beine halt einfach ein bisschen in die Hand nehmen. So was hätte bei Flo und mir ganz gut funktioniert, aber nicht, wenn man mit Schwiegermama unterwegs ist, die an der Hütte gerne nach der Suppe in Ruhe noch einen Cappuccino schlürft, nachdem sie ihre neuste Couture vorgeführt hat. 
Dafür habe ich mich revanchiert, und noch ein paar Minuten mit einem Esel verbracht.

Endlich konnte es weitergehen, denn der Abstieg würde noch lang genug werden. Um nicht an der Straße zurück zu müssen, haben wir uns durch den Sulzlewald gekämpft und dabei auch eine lustige Hängebrücke passiert. So etwas trifft man hier auch nicht alle Tage an.

Wie man sich bestimmt schon denken kann, aus der Klavierstunde wurde natürlich nichts mehr, dafür sind wir schön mit unseren besseren Hälften eingekehrt, die sich nun überlegen durften, ob es Fluch oder Segen ist, mit 2 so aufgedrehten Weibern zum Essen zu gehen.

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