Hersbrucker Schweiz – Mai 2018

Die Hersbrucker Schweiz oder auch Pegnitz-Alb ist der Nördlichste Teil der Fränkischen Alb und geht gewissermaßen in die Fränkische Schweiz über. Demzufolge trifft man auch hier auf jede Menge verkarstete Kalkriff- und Dolomitfelsen, an deren Wänden man wunderbar klettern kann, und die von zahlreichen Höhlen und Grotten durchsetzt sind.
Allein auf dem Hirschbacher Höhlenrundweg gibt es davon 34 Stück, die wir natürlich unmöglich alle besichtigen konnten. Während für einige Klettererfahrungen bis zum 2. Grad (UIAA) notwendig sind, um die Höhlen zu erreichen, muss man in andere auf dem Bauch weit in die Tiefe kriechen.
Auf jedem Fall sollte das heute wieder ein spannender Ausflug werden, wo es viel zu erkunden gab, wir aber auch lange Zeit die Natur erleben und in Ruhe genießen durften.

31.05.2018 / Hirschbach-Cäciliengrotte-Prellstein-Neutras-Hegendorf-Norissteig

Gleich zu Beginn muss ich sagen, dass ich schlecht alle Höhlen aufzählen kann, dafür gab es auf dieser Strecke einfach viel zu viele, und meist waren sie auch nur mit Nummern versehen. Wer allerdings diese Tour einmal machen will, braucht sich einfach an der weißen „3“ auf grünen Grund zu orientieren, dann kann fast nichts mehr schief gehen.


In Hirschbach sind wir gestartet und kamen schon bald zur ersten Hallenhöhle – die Schmiedberghöhle. Mit noch unzureichend aufgewärmter Muskulatur ging der kurze Anstieg gleich ordentlich in die Waden, und wir waren froh, dass wir danach wieder ein paar Meter auf einem kleinen Wald- und Wiesenpfad entlang spazieren konnten. 

Das Wetter war heute früh wirklich traumhaft, allerdings auch sehr schwül, so kam es uns sehr gelegen, dass wir uns oft im Schatten der Wälder aufhalten konnten.

Nach Höhle Nummer 2 und 3, deren Felswände komplett von einem Moosteppich überzogen waren,

folgte nun schon mit Nr. 4 die beeindruckende Cäciliengrotte. Diese insgesamt 40 Meter lange Höhlenruine besteht aus 2 Räumen und ist teilweise 11 m breit und 6 m hoch. Für uns eins der Highlights auf dieser Tour.


Damals noch nicht ganz so schwindelfrei wie heute, war es für mich eine kleine Herausforderung, den Prellstein luftig hinaufzuklettern. Doch was tut man nicht alles, um sich fortzubilden. 😉

Allerdings den Höhenglücksteig haben wir nur in Teilen erwandern können, denn hierfür sind Klettersteigerfahrungen bis E erforderlich, und ich wage zu behaupten, dass wir das im Leben nicht mehr fertig bringen werden. Mit seinen vielen Überhängen gilt er als einer der anspruchvollsten Klettersteige Mitteldeutschlands. 
Zum Glück mussten wir aber auf den Spaß nicht gänzlich verzichten, da alle schwierigen Abschnitte auch umgangen werden können.

Nach einer kleinen Auszeit auf „normalen Wiesenwegen“ folgten nun Höhle 8 und 9, die mich irgendwie an einen Elefanten erinnerten, der seinen mächtigen Rüssel in den Boden gerammt hat. Hier gab es so einiges zu erkunden, doch auch die folgenden Höhlen standen diesen beiden in nix nach. 

Musste man spätestens im Brünnesloch (Nr. 14) – einer 50 m langen Hallenhöhle – die Stirnlampe aus dem Rucksack kramen, so wurde es in den Dürrnberg Höhlen (Nr. 15 & 16) erst so richtig abenteuerlich, und man konnte nur noch gebückt zur anderen Seite hervor dringen. 

Dafür zählt die Starenfelshöhle (Nr. 18) zu denjenigen, die man mehr oder weniger erklettern muss.
Diese 23 m lange Spalthöhle wird auch „Grüne Grotte“ genannt und diente früher als menschliche Behausung, wie durch zahlreiche Funde von Knochen und Keramikscherben belegt wurde.

Nun konnte aber wirklich mal eine kleine Abwechslung nicht schaden. Vor allem meldeten sich so langsam auch unsere Mägen, und so hofften wir, in Neutras irgendwo einkehren zu können. 
Ich getraue es mir ja fast schon gar nicht mehr zu sagen, doch auch hier hatte wieder einmal alles zu.
So zogen wir hungrig weiter und versuchten uns die Stimmung nicht verderben zu lassen, als wir an grünen Getreidefeldern und leuchtend roten Mohnblumen vorbei nach Hegendorf kamen. 

„Das Osterloch“ haben wir uns allerdings mehr oder weniger entgehen lassen. Doch wenn man bereit ist, über 48 Meter lang 9 m in die Tiefe zu kriechen, dann würde man auf eine mehrräumige Hallenhölle mit allerhand Tropfsteinen stoßen. 
Na ja, vielleicht beim nächsten Mal. Wir mussten uns unterdessen nun erst einmal auf einer Wiese die mitgebrachten Brötchen einverleiben, damit wir wieder aufnahmefähig waren, denn gleich würde der wohl schönste Teil der Tour beginnen.

Über die Azelsteinlöcher und das burgähnliche Kastell kamen wir schließlich zum Norissteig, den wir wenig später noch einmal mit kompletter Klettersteigausrüstung in Angriff genommen haben. Doch heute begnügten wir uns damit, das Noristörl, Brettl und die Amtsknechthöhle zumindest in Augenschein zu nehmen und an einigen Felsen ein wenig herumzuklettern, das, was halt ohne Set machbar war. 

Auch den Aussichtspunkt der Mittelbergwand haben wir auf dem Normalweg bestritten. Wenn man nicht weiß, was man verpasst, ganz nett, aber wir wissen inzwischen ja auch, dass es schöner geht.


Langsam sollte sich unsere Tour nun dem Ende neigen. Noch ein letztes Mal kamen wir an ein paar imposanten Kletterfelsen und 5 weiteren Höhlen vorbei, danach sollte es allerdings auch erst einmal wieder reichen, und wir waren froh, in Hirschbach dann doch noch was zum Essen zu bekommen.

, markiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.