Fränkische Schweiz – Höhlentour April 2018

Wenn die Bedingungen in den Bergen einmal nicht so empfehlenswert sind, dann bleibt auch wieder etwas Zeit, um sich in anderen Regionen Deutschlands umzuschauen. Die Fränkische Schweiz stand schon lange auf unserem Plan und war zudem noch halbwegs gut zu erreichen, so dass es sich auch lohnen würde, für nur einen Tag hinauf zu fahren. Vorerst!

Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass die gesamte Fränkische Schweiz durchlöchert sein soll wie ein Schweizer Käse. Das hat natürlich gleich mein Interesse geweckt. Doch das charakteristische für diese Gegend sind nicht nur die markanten Felsen mit zahlreichen Höhlen, sondern ebenso die weitläufigen Täler mit Flüssen, etliche Burgen und Ruinen, einfach alles, was eine Wanderung spannend und abwechslungsreich macht.

Die Fränkische Schweiz erstreckt sich genau zwischen den 3 Städten Bamberg, Bayreuth und Forchheim und bildet somit den nördlichen Teil der Fränkischen Alb.
Zu Zeiten der Weißen Jura lag das Gebiet noch unterhalb des Meeresspiegels, und so konnten sich mächtige kalkhaltige Gesteinsschichten ablagern. Als sich schließlich das Wasser zurück gezogen hat, hinterließ es eine typische Karstlandschaft mit tief eingeschnittenen Flusstälern. Die nun freiliegenden Felsen waren einer intensiven Verwitterung ausgesetzt und so entstanden auch diese signifikanten Gesteinsformationen.
Durch das Eindringen von Kohlensäure in das säurelösliche Dolomit und den Kalkstein wurde die Höhlen- und Tropfsteinbildung begünstigt. Die bekanntesten ihrer Art sind die Teufels-, Sophien- und Binghöhle.
Aufgrund der optimalen Beschaffenheit gehört die Frankenjura auch zu einem der weltweit am besten erschlossenen Klettergebiete – mit 6500 Routen, jeder Menge Lochfelsen, Überhängen und dergleichen durchaus kein Wunder.

15.04.2018 / Tücherfeld-Oberailsfeld-Schneiderkammer-Ludwigshöhle-Pottenstein-Bärenschlucht

Unser erster Besuch galt dem „Felsendorf“ Tücherfeld im Püttlachtal. Mit seinem markanten Rifffelsen, in die sich die alten Fachwerkhäuser des ehemaligen Judenhofs (Untere Burg) einfügen, ist diese kleine Ortschaft das Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz und ziert wohl nahezu jeden Reiseführer. 

Doch auch die Reste der Oberen Burg wollten wir uns gleich einmal anschauen, um das Ganze ebenso von oben bewundern zu können. Ein schöner Auftakt bevor wir uns nun weiter in Richtung Oberailsfeld aufgemacht haben. 

Wenn die ersten Kilometer dorthin auch noch nicht so viel hergaben, wurde es ab dem Örtchen Hungenberg stetig anschaulicher. Immer mehr Felsen konnte man in den lichten Wälder erspähen, und die ein oder andere Höhle lud uns ein, eben mal schnell hindurchzuschlüpfen. 


Inzwischen waren wir in Oberailsfeld angekommen, und auch wenn es die Routenplanung eigentlich nicht vorsah, mussten wir zumindest dem Radfahren auf dem Götzenberg einen kurzen Besuch abstatten. Von hier oben hatten wir einen schönen Blick hinunter ins Ailsbachtal, und wir konnten schon den weiteren Wegverlauf unterhalb der felsendurchsetzten Magerrasenhängen ausmachen. 

Ab jetzt wurde es eigentlich erst richtig interessant, denn nun folgte eine Höhle nach der anderen. Angefangen bei der Durchgangshöhle des Schlupflochfelsens, an welchem wir aufpassen mussten, dass sich kein Kletterer gerade über unserem Kopf abseilt, während wir aus dem Loch hervortraten. 

Auf der anderen Seite des Ailsbachs folgte auch gleich der Rennerfelsen mit einer Anzahl von Höhlen, die man nicht alle in Eigenregie besichtigen kann. Doch wenigstens eine mussten wir unsicher machen, und dabei leisteten uns die Stirnlampen schon das erste Mal gute Dienste.

Besonderes beeindruckend fanden wir auch die Schneiderkammer – eine riesige Durchgangshöhle gleich gegenüber der Burg Rabenstein. Das fanden allerdings neben uns auch gefühlte 10 kinderreiche Familien.


Die Burg Rabenstein und den Verkaufsschlager Sophienhöhle ließen wir nun aber im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, da wir noch ein paar andere Sachen vor hatten, wo wir mit Sicherheit auch wieder mehr für uns sein würden. Doch zuvor wollten wir uns wenigstens noch die monströse Ludwigshöhle im Ahorntal anschauen. Mit ihrem 45 Meter langen und 20 Meter hohen Hohlraum zählt sie zu den größten Höhlen in der Fränkischen Schweiz und wurde deswegen früher auch für jagdgesellschaftliche Feiern genutzt.


Wir waren fast schon erleichtert, dass es auf dem Rückweg über Kleinlesau gar nicht mehr so viel zu sehen gab. Unser Kopf war inzwischen voll von Eindrücken, die es nun erst einmal zu verarbeiten bedurfte. Doch gegen Ende der Strecke gab es noch einmal 2 schöne Höhlen – Pferdsloch und Kühloch – zu besichtigen.
Nur hätten wir keine Woche früher hierher kommen dürfen, dann wäre uns dies leider verwehrt geblieben, denn die Höhlen dienen im Winter den Fledermäusen als Rückzugsgebiet, wo man sie nicht stören sollte.


Unermüdlich wie wir nun einmal sind, haben wir allerdings in Tücherfeld unsere Wanderung nicht beendet, sondern noch eine weitere Etappe dran gehängt. Wem diese Idee bloß gekommen sein mag?
Über Hühnerloh ging es ins wunderschön gelegene Pottenstein, welches zwischen lauter Jurafelsen und der Burg Pottenstein eingebettet liegt. Auch wenn wir die Burganlage nicht besichtigen konnten, war der Ausblick von oben ins Püttlachtal phänomenal. 


Nun hatten wir aber tatsächlich etwas Hunger bekommen. Also hinab in die Historische Altstadt und einen Happen essen, bevor es letztendlich wieder nach Tücherfeld zurück ging.
Der Rückweg über den „alpinen Steig“ und unterhalb der Kletterfelsen der Bärenschlucht konnte man durchaus noch einmal als ein kleines Highlight ansehen und als gebührender Abschluss eines gelungenen Tages durchgehen lassen.

29 km später waren wir nun wirklich ausgelastet und froh, endlich wieder einmal sitzen zu dürfen. Aber schon sehr bald würden wir hierher zurückkehren.

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