Bergtour / Klettern Roß- & Buchstein – November 2018

Der November ist nicht die allerbeste Jahreszeit für Unternehmungen im Berg, da es in einigen Regionen schon etwas Schnee gibt, dagegen andere Gegenden einfach nur noch trist wirken. Wiederum der Vorteil ist, dass vor Saisonstart auch viele Bergbahnen in Revision gehen und somit weniger Leute unterwegs sind. Also gab es für uns keinen Grund, gänzlich auf den Spaß zu verzichten, und wir haben uns eben ein paar Touren ausgesucht, die wir aus den verschiedensten Gründen vorher nicht machen konnten oder wollten, und wenn es nur darum ging, einen neuen Weg zu einem bekannten Berg zu erkunden.
So auch in diesem Fall – den Buchstein konnten wir im Winter nicht hochklettern, das Maria-Eck hatte ich mir bisher auch nur allein genehmigt. Also haben wir uns mal wieder eine kilometerreiche Route zusammen gestellt.

04.11.2018 / Bayerwald-Roßstein-Buchstein-Hochplatte-Rauhalmen-Seekarkreuz-Mariaeck-Schönberg

Der gängigen Aufstieg von Bayerwald aus war für uns noch Neuland, und so wollten wir uns den nun auch mal anschauen. Dieser Weg sollte um einiges kürzer sein, und das kam uns natürlich sehr gelegen, um heute mal wirklich am Roßstein zu sein, bevor der Trubel losgeht. 

Letztendlich zog es sich nun doch länger als gedacht, und ganz allein waren wir am Gipfel leider auch nicht, als wir den leichten Klettersteig hinauf gekraxelt waren. Ein Bekannter aus Lenggries hatte dort oben geschlafen, weil es ihm auf der Hütte in der Nacht zu laut war. Auch nicht schlecht. Das mussten wir ja schon fast wieder mit Humor sehen.

Während er sich bei einem Kaffee erst einmal auf der Tölzer Hütte aufwärmen wollte, sind wir gleich daran vorbei gesprungen und zum Buchstein rauf. Solange die Bedingungen stimmen und es nicht glatt ist, bereitet es keine allzu großen Probleme, die Rinne (II nach UIAA) hinaufzuklettern.

Endlich standen wir hier oben, mit dem besten Blick aufs Hüttendach und hinüber zum Roßstein. Vor allem aber war außer uns kein Mensch hier oben, und das mussten wir erst einmal mit einem Becher Tee feiern.


Bei unserem Abstieg sollten wir uns wieder einmal ernsthaft fragen, wie doof manche Leute einfach sind. Wenn man doch sieht, dass wir gerade im Begriff sind, nach unten zu klettern, kann man doch wohl noch 2 Minuten warten, bevor man in die Wand einsteigt. Gerade auf dem brisantesten Stück kamen diese Deppen uns entgegen. Einen dummen Spruch konnte ich mir nun wirklich nicht mehr verkneifen und hab sie gewissermaßen auch aufgefordert, zu warten, bis wir dieses Stück passiert hatten.
Ich bin mir sicher, dass das keine erfahrenen Bergsteiger gewesen sein können. Vielleicht wollte die Dame uns ja auch einfach mal zeigen wie toll sie ist, dass sie jetzt hier herauf kraxelt. Ich hätte mich einfach nur aufregen können, da so etwas nicht nur dumm, sondern grob fahrlässig ist. 
Da schwillt mir auch jetzt gleich wieder der Kamm, wenn ich daran denke. 

Über den Nordabstieg ging es nun hinunter zur Roßsteinalm und mehr oder weniger weglos gleich weiter zur Hochplatte, auf der wir bisher auch noch nie waren. Wenn dieser Grasbuckel ganz sicher kein Highlight ist, aber immerhin hatte man noch einmal einen tollen Blick auf unsere soeben bezwungenen Gipfel.


Da wir uns den Schönberg für den Rückweg aufheben wollten, sind wir rechts daran vorbei Richtung Mariaeck. Doch auch dieses haben wir ausgelassen und sind wie im Winter zuerst über die Rauhalmen aufs Seekar. Oben angekommen, konnten wir gar nicht anders als am Kreuz ohne Zögern vorbeizuspurten. Der Gipfel war wieder einmal komplett überbevölkert, und unser Interesse galt sowieso nur dem Mariaeck.

Auf dem schmalen Steig darüber haben wir uns aber keineswegs mehr drängeln lassen. Wie schon vermutet, war Flo hinterher ganz meiner Meinung, dass das wirklich nichts für den Winter ist.

Unser letztes Ziel für heute war wieder einmal der Schönberg, danach blieb nur noch der Abstieg ins Weißachtal.

Den kleinen Waldpfad von der Schönbergalm zur Röhrlmoosalm kannten wir ja schon, doch dann kamen wir über ein sehr idyllisches Wegstück am Schliffbach entlang hinunter zur Weißach, von wo aus es nun nicht mehr weit zu unserem Auto war. 
Langsam sollten wir in dieser Gegend nun aber jeden Weg kennen.

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